Juni 17, 2011

Rihanna Navy

Geschichte und Entstehung
Durch die magischen Hände des Songwriters James Fauntleroy entstand der wohl meist bedeutendste Name einer Fanbase im Business: Die Rihanna Navy, welch durch seinen Songtext zu „G4L“ – einem Song aus dem vierten Rihanna-Album Rated R erschienen im Jahr 2009 – in dem es heißt „we’re an army, better yet a navy, better yet crazy“ entstand. Inspiriert durch diese Zeile der Lyrik entstand durch die Fantasie eines Fans auf dem sozialen Netzwerk Twitter letztendlich der Name der Gruppe an Fans, die zu jeder Angelegenheit hinter ihr stehen und Sie zu jeglicher Form unterstützen. Eine neue Ära wurde somit für uns Fans, als auch für Sie als Künstlerin selbst geboren. Doch was bedeutet eigentlich „Rihanna Navy“ und wer darf sich als einer behaupten?

Bedeutung und Zugehörigkeit
Die Navy ist assoziiert mit Krieg, Terror und negativen Imaginationen – frei übersetzt als die „Marine“ kämpfen Mitglieder dieser mittels Gewalt für Verteidigung, Unabhängigkeit oder einfach nur ohne Ziel und Verstand. Auf die Fanbase hinter Rihanna bezogen, sehen wir das natürlich etwas optimistischer mit weniger Hass und Gewalt. Dennoch ist die Navy hart, zielstrebig und nimmt keinen Blatt vor den Mund. Wer Rihanna in jeglicher Weise beleidigt, bekommt seinen Fett ab, denn als Oberhaupt der Gruppierung, die sich hauptsächlich auf Twitter befindet und aktiv vertreten ist, ist Sie unser ganzer Stolz. Klar definierbar ist die Navy keineswegs, Teil dieser kann jeder sein, doch nicht jeder wird von der Menge akzeptiert. Grundsätzlich sollte riesen Interesse an ihrer Persönlichkeit gegeben sein: jegliche Veröffentlichungen sind zu kaufen und auf Konzerte ist zu gehen. Doch selbst auf das Vote-Verhalten zu Awardshows oder auch das „requesten“ ihrer Songs an Radiostationen weltweit ist ausschlaggebend für einen wahren Navy. Ein Fan zu sein bezieht sich nicht nur auf materielle Dinge, doch Fans die viel von ihrem Idol besitzen, kommen immer besser an – Kenntnisse über Sie selbst als Person, sowohl ihrer Kultur und Verhaltensweise sollten ebenfalls vorhanden sein.

Entwicklung der Navy
Bevor Rihanna auch nur ihren ersten tweet zur Unabhängigkeit von ihrem Plattenlabel zur selbstständigen Nutzung ihres Twitter-Accounts im Sinn hatte, lebte die Navy friedlich und zusammenhaltend auf dem Netzwerk. Seit ihrer Übernahme des Accounts am 27. August 2010 war jedoch eine rapide Veränderung des Verhaltens der Fanbase zu spüren. Nun, wo ihr Idol ebenfalls angemeldet ist, tweets empfängt und auch lesen kann, stieg das Potential der Konkurrenz: man kann buchstäblich meinen, dass jedes Individuum das meiste aus sich rausholen wollte, mehrere tweets (öffentliche Kurznachrichten begrenzt auf 140 Zeichen) gingen im Sekundentakt an Sie heraus. Diejenigen, die es schafften und „gefolgt“ wurden (eine Möglichkeit auf Twitter die tweets der gefolgten Person auf seiner eigenen Timeline direkt zu betrachten), wurden beglückwünscht aber auch beneidet. Schnell stellte sich heraus, dass Rihanna einige wohl auf ihre Art bevorzugte und größtenteils und immer wieder nur mit ihnen in Kontakt trat. Diese „Bevorzugten“ wandten sich schnell von dem Rest der Navy ab und hoben buchstäblich ab. Der Rest blieb im Dunkeln stehen, die Navy zerbrach.

Unterteilungen innerhalb der Navy
In Laufe der Zeit entstanden dadurch hauptsächlich von Rihanna selbst verschiedenste Unterteilungen der Navy in Klassen und Grad ihrer Bemühungen. Niemand hat je diese Unterarten klar definiert, noch gibt es auch nur irgendwelche Aussagen Rihannas zu deren Bedeutung. Die erste „Tochtergesellschaft“ so könnte man es auch nennen ist der Teil der „Elite Navy“. Unter dieser Gruppe der Navys verstehen sich die „hochangesehenen“ auf Twitter. Sprich wer hat die meisten Follower? Wer hat das meiste Wissen? Wer bekommt die meisten Nachrichten von ihr zugeschickt? Und wer wird von anderen Mitgliedern verehrt? Nur wenige haben sich diesen Titel wohl verdient, doch die meisten bezeichnen sich als diese Art, die auch darunter zu definieren ist, dass man wirklich alles über Sie weiß, Aktionen von ihr hervorsehen kann und alles von ihr besitzt. Die „Shady Navy“ bezeichnet die Gruppe an Fanbase-Mitgliedern die sich darauf spezialisiert haben andere nachteilig anzugreifen und fertigzumachen. Mit ihrem riesen Idol Rihanna, die selbst auch nicht einmal vor Fans einen Spruch unterdrücken kann, sind diese hauptsächlich auf Aufmerksamkeit angelegt. Sie wollen sich behaupten und „shaden“ (dt. „reden Müll“) über andere Personen, machen diese nieder und fühlen sich dabei auch noch cool. Wohl zurecht, schließlich lernen Sie von Rihanna und Sie selbst gibt zu, dass Sie „es liebe“.

Die „Nathan Navy“ entstand ebenfalls aus einer Idee Rihannas. Dieser Teil der Navy ist ihren eigenen Aussagen nach „der Teil der hinter ihren Rücken lästert, obwohl Sie absolut keine Ahnung von auch nur irgendetwas haben“. Fans die mit Entscheidungen ihrerseits nicht einverstanden sind, vor ihr bzw. für Sie jedoch „einen auf nett“ tun und wenn Sie vermeintlich mal nicht online ist ablästern, sind definitiv Teil dieser. Hauptsächlich wohl die Fans die mit ihrer Entscheidung, dass Sie noch immer auf Chris Brown steht und sich wieder blendend mit ihm versteht, sind hiermit gemeint. Zahlreiche Fans die bei Lästereien jeglicher Art erwischt wurden, wurden von Rihanna bereits entfolgt (Gegenteil von s.o.) und sind nun Teil der „Dust Navy“. Die „Dust Navy“ ist der Teil der Navy, der sich unterdrückt bzw. ignoriert fühlt. Man schreibt ihr jeden Tag, doch bekommt kein „follow-back“ (wenn die selbst gefolgte Person einem zurückfolgt) und keine tweets von ihr zugeschickt. Unter Millionen von Accounts, die Sie täglich ununterbrochen anschreiben wohl kein Wunder, doch die meisten scheinen dies nicht zu verstehen und kategorisieren sich eigens in diese Klasse der Navy. Als die wohl spirituellste Form der Navy versteht sich die „Devotion Navy“, die ebenfalls von Rihanna ins Leben gerufen wurde. Seit Beginn ihrer Sprichwörter – die Sie beinahe täglich aus dem Buch „Starting Your Day Right“ der Christin Joyce Meyer via InstaGram zitiert – sind Mitglieder dieser Gruppierung sehr auf Hingaben und Zuwendung angelegt. Sie glauben an Gott und sehen in allem Negativen noch immer das Positive. Letzten Endes wäre da noch die „Ratchet Navy“ unter der Personen zu verstehen sind, die ziemlich „ghetto“ sind und sich ziemlich weit aufziehen. Rihanna selbst sieht sich als Teil dieser Gruppierung und zieht damit die „Shady Navy“ in Bezug auf diese.

Stan vs. Fan
Wann auch immer sich die Bezeichnung als „Stan“ sich in der Fangemeinde etablieren konnte, ist diese seither ein undefinierter aber stets benutzter Titel innerhalb der Fans von Rihanna. Im Prinzip ist ein „Stan“ genau dasselbe wie ein Fan, nur ein wenig extremer und vor allem abhängiger vom Lieblingskünstler. Besonders bei Künstlern und Künstlerinnen der Urban-Szene bezeichnen sich einige Fans eher als „Stans“, die sich dadurch von „üblichen Fans“ distanzieren, da Sie den Künstler nicht nur in und auswendig kennen, stets up-to-date sind, den Künstler stets supporten und außer dieser zu keinem anderen dieselben Werte empfindet. Nicht zu verwechseln mit einem „Stalker“, aber auch nicht gerade weit entfernt davon, gibt ein „Stan“ alles für den Lieblingskünstler auf, verteidigt diesen gegenüber anderen Fangemeinden und ist beinahe komplett auf diesen konzentriert. Zu den Aufgaben eines „Stans“ gehören neben jeglichen Tätigkeiten eines Fans desweiteren noch regelmäßiges „requesten“ von Songs in den US-Radios und das absolute Supporten.

Hauptsitz der Navy
Jede Einheit und jede Firma besitzt einen Hauptsitz – in unserem Falle wie bereits erwähnt auf dem sozialen Netzwerk Twitter, wo schließlich alles entstand und sich entwickelte. Das erste Mal twitterte Rihanna im Dezember 2010 – nur vier Monate nach ihrer Übernahme des Accounts – die Worte Navy und erkannte den Namen somit erstmals offiziell an. Seither wurden zahlreiche weitere Fanbases wie die „Monsters“ von Lady Gaga, den „Beliebers“ von Justin Bieber oder die „KatyCats“ von Katy Perry buchstäblich in die Wüste geschickt. Die Navy konnte das Netzwerk für sich gewinnen und unzählige Mengen an „trending topics“ (die meist besprochensten Themen auf Twitter werden kontinuierlich in einer Liste dokumentiert) entstanden, größtenteils durch neu erfundene Wörter bzw. lustige Sprüche Rihannas. „NEVA DAT“, „AlwaysRihannaNavy“ und zahlreich weiteres wurden heiß auf Twitter besprochen und waren einige um nicht alle zu nennen Themen der Navy die es auf die weltweite Hitliste schafften. Im Durchschnitt schaffen es acht Themen bzw. Wörter/Sprüche im Monat auf diese Liste, zu neuen Veröffentlichungen bzw. speziellen Tagen wie der Bekanntgabe der neuen „Unapologetic“-Single sogar bis zu zwei an nur einem Tag.

Aus Navy wird Navi
Zu welchem Anlass auch immer wurde aus der Navy am 18. April 2012 plötzlich die Navi. Ob angelehnt an die Na’Vi – einer Spezies auf dem Planeten Pandora, aus dem fiktionalen Science-Fiction-Film Avatar aus den Händen James Camerons – oder inspiriert durch die Bezeichnung zahlreicher Apple-Produkte wie „iPhone“ oder „iMac“ bleibt wohl unbekannt und beides wohl eher unwahrscheinlich, Fakt ist jedoch, dass es keine Unterscheidung zwischen der Navy und der Navi gibt. Beides bedeutet dasselbe, nur das eine ist formal richtig und das letztere wohl „cooler“ und umgangssprachlicher, schließlich liebt es Rihanna aus der Menge herausstechen und umrundete bereits Wörter wie „never“ (dt. niemals) ab zu „neva“ u.ä. Seither bezeichnen die einen die Fanbase der neuen Variante nach, die anderen blieben auf der Gründungsform.

Rihannas Stolz
Seither ihre Fanbase einen offiziell anerkannten Namen besitzt, präsentiert auch Sie der ganzen Welt, dass Sie stolz auf uns ist. Schließlich sind wir für Sie da, wenn es ihr mal schlecht gehen sollte – Sie kann immer mit uns über ihre Angelegenheiten reden, denn wir gehen diese mit ihr zusammen an und selbst durch. Zahlreiche „shoutout-Videos“ (Clips in denen jemand gegrüßt wird) entstanden in Laufe der Zeit – größtenteils zur LOUD-Ära (2010-2011) – und selbst erwähnt wurden wir in zahlreichen Veröffentlichungen wie im Booklet der Alben ab LOUD, in Interviews mit high-quality-Magazinen oder im Fernsehen wie z.B. zu den Reden bei gewonnenen Awards verschiedenster Preisverleihungen. Dass Rihanna ihre Community am Ende ihres offiziellen Musikvideos zu „Cheers (Drink To That)“ erwähnte war bisher wohl der Höhepunkt unserer Geschichte. Schließlich kann seitdem 26. August 2011 die ganze Welt das Musikvideo, welches erstmals nur aus privaten Aufnahmen besteht, sehen und wurden auf uns aufmerksam gemacht.

Rihanna über ihre Navy

Ich bin hier und denke darüber nach wie viel Arbeit ihr leistet um wahre Fans zu sein! Wie viel Liebe, Treue und Einsatz! Ich mag jetzt vielleicht ein wenig emotional werden, doch niemand kann all euren Einsatz halt als selbstverständlich ansehen. Ihr müsst euch überhaupt nicht für mich interessieren, meine Musik bzw. Konzert-Tickets kaufen oder vor meinen Hotels stehen nur um „Hi“ zu sagen. Aber ihr tut es und ihr entscheidet selbst und ich liebe euch sehr dafür! Ihr seid wirklich alle sehr inspirierend! Ihr seid eine starke Stütze meiner Karriere. Es ist ein sehr sicheres Gefühl zu WISSEN, dass man geliebt wird. Ich wünsche mir euch alle mal zu treffen um Dankeschön zu sagen! Danke! (Anfang März 2011 über Twitter)

Rihanna Navy Fanartikel
Um die Navyzugehörigkeit auch an seinem Körper frei der Welt präsentieren zu können, kündigte Rihanna höchstpersönlich Mitte Mai 2011 an, dass es im Tour-Store ihrer LOUD-Tour offiziellen Rihanna Navy-merchandise geben wird. Neben T-Shirts und Pullovern waren hierbei sogar Schmuck und Accessoires zu finden, die mit einem tiefen Griff in die Geldbörse definitiv kaufbar und qualitativ ansehbar waren. Durch den Verkauf dieser Fanartikel wurde nun auch das vorgegebene Logo der Community entwickelt: ein Ankerhaken durch den Hintergrund der Navy (dt. Marine) und eine Kette die diese umschlingt und das „R“-Logo an seinem Ende befestigt hat. Seit dem Ende der Tour kann man sich diese Teile aber nicht mehr offiziell kaufen – man muss wohl auf eBay ausweichen, um noch an diese limitierten Designs heranzukommen.

Letztes Update: 26. Juni 2014

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