Nach Show-Kritik: Rihanna entschuldigt sich

Rihanna entschuldigt sich persönlich für den Hadith in ihrer SavageX-Show (6. Oktober 2020)

SavageX-Show: Halbnackte Frauen laufen zu religiösen Worten

Eigentlich stand Rihannas neue SavageX-Show aufgrund der vielen positiven Aspekte im Fokus: Die erste Herrenkollektion wurde von fülligeren Kerlen präsentiert und auch bei den Frauen kommt man am Inklusivitätsgedanken nicht vorbei. Doch seit zwei Tagen dominiert nur noch ein Thema im Netz: Rihanna hat einen sogenannten „Hadith“ in ihre Show einfließen lassen. Dabei handelt es sich um Gesagtes des islamischen Propheten Mohammed. Dass diese religiösen Worte Teil einer Show sind, in der halbnackte Frauen sich in Unterwäsche präsentieren, ist natürlich nicht ideal. Rihanna erntete dafür viel Kritik und sogar Morddrohungen. Zwei Tage darauf folgte ihre Entschuldigung. Einen Fan ließ sie über Instagram-Direktnachricht wissen:

Rihanna: Ich fühle mich schlecht

Danke, dass Du Dich damit an mich wendest. Wir wurden bereits darauf aufmerksam gemacht und wir schneiden den Teil natürlich raus. Ich hatte offensichtlich keine Ahnung! Ich hoffe nur, dass die Menschen nicht davonausgehen, dass ich das bewusst getan habe. Denn Du weißt, das würde ich NIEMALS tun. Wir nehmen es daher raus, aber ich kann es nun mal nicht zurücknehmen, weißt Du? Ich fühle mich schlecht, dass ich Menschen verletzt habe, selbst wenn es nicht meine Intention war. Die muslimische Gemeinde ist wegen mir verletzt und das ist der traurige Teil der Geschichte.

Rihanna: Das war verantwortungslos

Während ein weiterer Fan noch eine ähnlich persönliche Nachricht von ihr erhielt, landete wenige Stunden darauf noch ein offizielles Statement in ihrer Instagram-Story.

Ich möchte der muslimischen Gemeinde dafür danken, dass sie uns auf ein riesen Versehen in unserer SavageXFenty-Show aufmerksam gemacht haben, das unabsichtlich beleidigend war. Ich möchte mich vor allem für diesen aufrichtigen, aber nachlässigen Fehler entschuldigen.

Wir verstehen, dass wir viele unserer muslimischen Brüder und Schwestern verletzt haben und das macht entmutigt mich sehr. Ich spiele nicht mit jeglicher Form von Respektlosigkeit gegenüber Gott oder einer Religion. Demnach war die Songauswahl in unserem Projekt völlig verantwortungslos. In Zukunft werden wir uns sicher gehen, dass so etwas nicht noch einmal passiert. Danke für eure Vergebung und für euer Verständnis, Rih.

Was war überhaupt passiert?

Die Situation eskalierte nachdem große Plattformen wie die Instagram-Seite „Muslim“ mit über 490.000 Followern über die Songauswahl berichteten. Der Song „Doom“ der britischen Produzentin Coucou Chloe ist an der Stelle zu hören, in der zwei Drag Queens (zwischen den Tischen) kurz vor Rapperin Nico Nasty (auf der Plattform) ihre Designs im letzten Fabrik-Set präsentieren.

Viele muslimische Menschen gingen davon aus, dass Rihanna bewusst war, worum es im Song ging. „Sie war doch mit einem Moslem zusammen?“, fragten sich einige, ohne zu wissen, dass Rihanna natürlich trotzdem eine gläubige Christin blieb. Arabisch spricht sie nun mal auch nicht – viele Moslems selbst hatten den Hadith im Song nicht einmal bemerkt. Da Rihanna aber als ausführende Produzentin der Show und als Geschäftsführerin des Unterwäsche-Labels automatisch in die Verantwortung gezogen wird, stellte sie sich jetzt der Kritik.

Auch die Produzentin des Songs wurde nicht mehr in Ruhe gelassen. Nach den ersten Morddrohungen deaktivierte Coucou Chloe zunächst ihre sozialen Netzwerke. Einen Tag darauf twitterte sie, dass sie jegliche Verantwortung auf sich nehme und den Song von allen Plattformen entfernen lasse. Auch ihr sei nicht klar gewesen, welche Worte, die sie aus dem Internet hat, sie für ihren Song verwendet habe. Selbst die Choreografin der Show, Parris Goebel, die nach eigener Aussage sämtliche Lieder auswählte, entschuldigte sich später für die unüberlegte Songauswahl.

Auch SavageX entschuldigt sich: Ein unglücklicher Fehler

In Zwischenzeit eskalierte die Situation vor allem auf Twitter. Muslimische aber auch nicht-muslimische Fans und Nicht-Fans stritten sich plötzlich über jegliche Verbindung, die Rihannna jemals zum Islam pflegte.

Ihre Aufnahmen vor der Sheikh Zayed Grand-Moschee in Abu Dhabi (2013) oder auch die Tatsache, dass sich in ihren SavageX-Shows Hijab-ähnliche Kopfbedeckungen befinden, wurden kritisiert. Andere fanden heraus, dass Rihanna denselben Song schon 2017 bei einer FentyxPuma-Fashion-Show im Programm hatte. Zu der Zeit gab es aber keinen Shitstorm. Aus der anfänglichen Diskussion um die Religion des Islams wurde ein Krieg der Kulturen.

Schlussendlich ist sich Rihanna der Schuld bewusst, der kritisierte Part wird herausgeschnitten und auch ihr Label SavageX verbreitete ihre Stellungnahme. Betroffene Fans, die sich per Direktnachricht an SavageX gewendet hatten, erhielten zudem noch folgende Worte vom Unternehmen:

Wir entschuldigen uns zutiefst für den Song, den wir für die Show verwendet haben. Wir hätten ihn nicht nutzen dürfen. Wir gehen an die Show ran und tauschen den Song aus.

Wir haben den höchsten Respekt für die muslimische Gemeinde. Sämtliche Fenty-Marken wurden auf dem Gedanken der Inklusivität und voller Respekt gegründet. Das war ein unglücklicher Fehler von uns. Wir werden wachsam sein und uns sichergehen, dass so etwas nicht noch einmal passiert.

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