Breonna Taylor: Rihanna gegen Daniel Cameron

Rihanna protestiert im Fall Breonna Taylor gegen Daniel Cameron, Generalstaatsanwalt von Kentucky

Breonna Taylor wurde nur 26 Jahre alt. Die dunkelhäutige Amerikanerin aus Louisville im US-Bundesstaat Kentucky wurde im Schlaf von Polizisten erschossen. Im eigenen Schlafzimmer trafen gleich fünf Kugeln ihren Körper. Unschuldig. Eine Straftat hatte sie nie begangen. Der Fall der Rettungssanitätern erschüttert die ganze Welt und beweist wieder einmal, dass die Polizeigewalt gegenüber Schwarzen in den USA ein weitverbreitetes Problem ist. Und obwohl der tödliche Einsatz schon am 13. März 2020 war, ist das Thema immer noch nicht abgeschlossen. Denn die Polizisten werden für die Schüsse nicht bestraft, eine Anklage wird nicht erhoben. Auch Rihanna kann das nicht verstehen.

Rihanna im Breonna Taylor-Fall: Alle Polizisten müssen angeklagt werden

Daniel Cameron, der Generalstaatsanwalt von Kentucky, verkündete am 23. September, dass die beiden Polizisten in der Wohnung aus Notwehr handelten. Eine Anklage wird demnach nicht erhoben. Lediglich einer der drei Polizisten, der von außen auf ein geschlossenes Fenster schoss und dabei auch eine Nachbarswohnung traf, muss sich wegen „mutwilliger Gefährdung“ verantworten. Übersetzt: Die Polizei wird für Kugeln angeklagt, die NICHT getroffen haben, während eine schwarze Frau von Polizisten erschossen wurde. Genau den Spruch schrieb ein Demonstrant auf ein Plakat – ein Foto davon ging daraufhin viral. Seit ihrem Tod gehen Menschen unermüdlich auf die Straßen. Auch Rihanna entdeckte das Plakat und stellte es in der Nacht online.

Die Worte richtet sie direkt an Cameron, der vor allem aufgrund seiner Hautfarbe in der Kritik steht: „Lass es in deinen hohlen Schädel einsinken“, schreibt Rihanna dazu. Gerade für ihn, als schwarzen Politiker, muss es doch eine Herzensangelegenheit sein. Auf einer Pressekonferenz verkündete der 34-jährige Republikaner, dass er zwar trauere, aber für das Gesetz spreche. Schon am 27. Juni, exakt 100 Tage nach Breonnas Tod, erinnerte Rihanna ihn mit einem Post in ihren sozialen Netzwerken daran, dass die Polizisten immer noch frei rumlaufen würden: „Vermutlich schauen sie gerade Netflix auf der Couch“, so schrieb sie. Die Ergebnisse einer präzisen Untersuchung wurden drei Monate später präsentiert, doch zufrieden gibt sich Rihanna damit nicht.

Breonna Taylor: Was genau am 13. März 2020 geschah

Denn wenn der Nachbar gefährdet wurde, befand sich Breonna doch auch in Gefahr, so der Anwalt ihrer Familie. Weitere Nachbarn und die Familie streiten sich seither mit der Polizei und schildern unterschiedliche Versionen der Ereignisse. Feststeht, dass kurz nach Mitternacht die Polizei einem Haftbefehl nachging. Es wurde vermutet, dass ein Freund von Breonna Drogen in ihrer Wohnung lagern würde. Ein richterlicher Beschluss soll der Polizei erlaubt haben, auch ohne Anklopfen in die Wohnung einzudringen. Breonnas Freund, Kenneth Walker, habe aber Einbrecher vor der Tür vermutet und auf die Personen geschossen. Die Polizisten eröffneten daraufhin das Feuer in der gesamten Wohnung. Über 20 Kugeln konnten später identifiziert werden, fünf davon trafen Breonna in ihrem Schlafzimmerbett. Die Polizei behauptet, dass sie sich lautstark als Beamte erkenntlich gemacht haben, Kenneth (der überlebt hat) sowie weitere Nachbarn wollen die Rufe kurz nach Mitternacht aber nicht gehört haben.

Die Stadt bot der Familie vor wenigen Wochen knapp über zehn Millionen Euro Schmerzensgeld an und versprach, dass man Polizisten besser schulen wolle. Die beteiligten Polizisten werden aber auch weiterhin in ihren Jobs bleiben. Drogen fand man keine in der Wohnung.

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