Rihanna kämpft gegen Rodneys Hinrichtung

Rodney Reed und Rihanna

Rodney Reed sitzt schon seit 1998 hinter Gittern. Er soll Stacey Stites vergewaltigt und getötet haben. Im US-Bundesstaat Texas gibt es darauf die Todesstrafe. 21 Jahre lang hat er auf seine Hinrichtung warten müssen, am 20. November soll es endlich so weit sein. Dabei hat er die Tat wohl nie begangen.

Rodney Reed
Rodney Reed

Denn das Einzige, was ihn als Täter belastet hatte, war seine DNA im Genitalbereich der Leiche. Der heute 51-Jährige beruht jedoch darauf, dass er eine Affäre mit der damals 19-Jährigen gehabt habe. Zahlreiche Zeugen hatten das bestätigt. Die Ermittler und die Geschworenen im Gericht, haben ihm das aber nicht abgekauft. Der dunkelhäutige Angeklagte wurde von der weißen Jury verhaftet und für die vermeintliche Ermordung der weißen Stacey zum Tode verurteilt. Doch es gibt berechtigte Zweifel an den Schuldvorwürfen.

Keine handfesten Beweise

Stacey Stites
Stacey Stites

Stacey Stites wurde zuletzt in ihrer Wohnung gesichtet. Auch ihr Verlobter Jimmy Fennell war am Abend noch bei ihr. Am nächsten Morgen sei sie auf dem Weg zur Arbeit verschwunden. Ihre Leiche wurde später neben einer verschmutzten Straße aufgefunden. Auch ihr Auto wurde ausfindig gemacht. Hinweise im Wagen, die Rodney Reed mit der Tat in Verbindung bringen würden, gab es nicht. Die Wohnung der Getöteten wurde nie durchsucht. Auch gegen ihren eigenen Verlobten wurde nicht wirklich ermittelt. Dabei fand man in der näheren Umgebung der Leiche zwei Bierdosen, dessen DNA-Spuren man seinen Kollegen zurückführen konnte. Jimmy war Polizist. Stacey sei außerdem mit dem Sitzgurt aus ihrem Wagen erstickt worden, doch den Gurt hat man nie nach DNA überprüft.

Indizien sprechen für den Verlobten

Jimmy Fennell

Die Non-Profit-Organisation Innocence Project hat sich daher den Fall angenommen. Rechtsprofessoren und Verteidiger kümmern sich schon seit 1992 um die Aufklärung von Justizirrtümern. Um die Unschuld von Rodney zu begründen, legen sie daher einen neuen Tatverdächtigen vor: Ihren Verlobten Jimmy Fennell. Denn der ehemalige Polizist ist polizeibekannt. 2007 wurde er für die Vergewaltigung einer anderen Frau für zehn Jahre inhaftiert. Der Dame soll er noch gesagt haben, dass er sie nach seiner Entlassung umbringen würde. Hat er auch Stacey getötet?

Einen Lügendetektortest hat er zwei Mal nicht bestanden. Bei der Frage „hast Du Stacey getötet?“ antwortete er zwar mit „nein“, doch das Gerät erkannte eine Lüge. Das Gericht und auch das Berufungsgericht wollen den Fall aber nicht neu aufrollen. Sogar neue Indizien werden nicht anerkannt und kommen vor Gericht nicht zu Wort. Dabei gibt es ehemalige Ermittler und Mitinsassen von Jimmy, die den Verlobten der Verstorbenen zusätzlich belasten. Er soll von ihrer Ermordung gesprochen haben. Auch die Tatzeit wurde um einige Stunden vorverlegt. Stacey soll noch vor Mitternacht umgebracht worden sein. Einem Zeitpunkt, an dem ihr Verlobter noch mit ihr in der Wohnung gewesen sein muss.

Rihanna: Rodney ist unschuldig

Rihanna kann da nicht einfach blind zu sehen und teilte am 4. November eine Petition im Namen von Rodney Reed: „Nur ein Klick!!! Unterschreibe diese Petition, wenn Du nicht möchtest, dass die Regierung einen unschuldigen Mann tötet!“, hieß es via Twitter. Zu dem Zeitpunkt waren um die 70.000 Unterschriften gesammelt. Da sich viele weitere Künstler wie z.B. Beyoncé, Kim Kardashian und Rapper T.I. für den Fall einsetzten, sind es mittlerweile schon über 357.000. Dem Initiator Shaun King von der Real Justice PAC zufolge, habe die Regierung bislang nicht auf die vielen Unterschriften reagiert. Dabei ist diese nicht nur an das höchste US-Gericht und das Berufungsgericht, sondern auch an den texanischen Gouverneur Greg Abbott gerichtet.

Die Petition über Change.org kann jeder unterschreiben. Um Dopplungen zu vermeiden, muss lediglich der eigene Name und die Heimatstadt angegeben werden.

Kommentar hinterlassen