#RihannaIstJamaikanerin – Twitter-Trend erklärt

#RihannaIsJamaican Rihanna trägt Dreadlocks im iD-Magazin Fotoshooting (Dezember 2015)

Wer im Laufe des Tages einen Blick auf das soziale Netzwerk Twitter warf, wurde von einer Fülle an Tweets mit der Hashtag #RihannaIsJamaican überflutet. Nicht nur im karibischen Inselstaat Jamaika war das eines der Topthemen des Tages. Selbst in den USA schaffte es der Begriff mit über 11.000 Tweets in die Liste der aktuell meist diskutierten Themen.

Dabei weiß doch jeder Rihanna-Fan: Sie kommt zwar tatsächlich aus der Karibik, doch geboren und aufgewachsen ist sie viel weiter im Osten auf der unabhängigen Insel Barbados. Ohne einen Zweifel war das als Scherz gemeint – doch der hatte es in sich.

Auslöser der Diskussion

Entfacht wurde die Diskussion aus einem ganz anderen Grund: Einwohner von Barbados machten sich auf der Plattform über die Insel auf der anderen Seite der Karibik lustig. Auslöser war der schwache Kurs der einheimischen Währung. 1 Euro ist auf Barbados aktuell 2,22 Barbados-Dollar wert, während man auf Jamaika dafür satte 147 Jamaika-Dollar erhält. Das Heimatland von Bob Marley ließ das nicht auf sich sitzen. Kurzerhand wurde vom Twitter-User „DavidEatsViagra“ entschieden, dem Land – welches u.a. auch für sein Rum und Rohrzucker bekannt ist – das „einzig wahre Exportgut“ zu stehlen.

Sein Aufruf „Rihannas Nationalität zu kidnappen“ hatte innerhalb kürzester Zeit über 4.000 Retweets und 13.000 Likes. Schnell entstanden dadurch viele Memes, die selbstverständlich viral gingen. Twitter-User bearbeiteten Fotos von jamaikanischen Schulabschlüssen und packten Rihannas Kopf auf wildfremde Personen, andere haben sogar Geldscheine mit ihrem Gesicht versehen. Auch gefälschte Screenshots von angeblichen Instagram-Privatnachrichten von Rihanna waren im Umlauf. In einer der Nachrichten soll sie einem User bestätigt haben, dass sie auf der St. Ann-Straße auf Jamaika aufgewachsen sei. Andere fälschten ihren Einleitungssatz im Wikipedia-Eintrag und sogar ganze Geburtsurkunden und Personalausweise.

Rihannas Reaktion

Weitere User kramten sämtliche Indizien heraus, die ihren Ursprung auf Jamaika auch anderweitig belegen könnten: Sie trägt gerne Dreadlocks, kleidet sich in den Farben der Flagge und ist ein großer Fan von Bob Marley. Rihanna, die selbst nur auf Instagram aktiv ist, hat durch einen Fan Wind von der Aktion bekommen. Über eine Privatnachricht auf dem Foto-Netzwerk schickte Nathalie ihr die vermeintliche DM mit der Angabe der Straße zu. Rihanna entlarvte die Unterhaltung natürlich sofort als „fake“ und rief dazu auf die Verbreitung der Lügen zu stoppen.

Rihanna liebt die Insel Jamaika

Dabei verbindet sie so einiges mit Jamaika – zumindest musikalisch. Von ihrem größten Vorbild Bob Marley coverte sie schon diverse Songs wie „Is This Love?“, „Redemption Song“ sowie „Get Up, Stand Up“ und performte bei den Grammy-Awards 2013 auch noch seinen Hit „Could You Be Loved“ in einem Tribut an ihm. Ihr eigenes Musikvideo zu „Man Down“ sowie eine Werbekampagne für „Vita Coca“ drehte sie 2011 noch in der jamaikanischen Stadt Portland.

Und auch mit dem kommenden Studioalbum soll Rihanna bekannterweise wieder in den Reggae einsteigen. Schon im US-„VOGUE“-Interview (Mai 2018) bestätigte sie, dass „R9“ von den Klängen aus der Karibik inspiriert sein soll. Im neuen US-„VOGUE“-Interview (November 2019) gab sie auch endlich an warum: „Reggae fühlte sich schon immer richtig für mich an – es steckt quasi in meiner DNA.“ Die Musikgenre ist in der gesamten Karibik beliebt und anerkannt.

Jamaikanische Künstler an R9 beteiligt

Gegenüber dem „Rolling Stone“-Magazin gaben schon im Juli 2018 diverse Songwriter und Produzenten aus Jamaika an, dass sie am kommenden Rihanna-Album beteiligt seien: „Eigentlich jeder aus Jamaika ist an dem Album dran: Jeder Künstler, jeder Produzent und jeder Songwriter“, sagte einer und „sie hat bestimmt schon 500 Songs aus Jamaika zugeschickt bekommen“ ein anderer. Die Monate darauf äußerten sich viele weitere Künstler aus dem Land mit den Worten, dass sie an „R9“ beteiligt seien. Dazu zählen auch Songwriter und Produzenten wie Chronixx, Konshens, Knox Brown, Demarco und Sängerin Koffee. Letztere ist die Künstlerin, deren Song „Toast“ schon einige Male auf Rihannas Events und in ihren Instagram-Storys zu hören war.

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