Rihanna vs. Trump – und Rihanna gewinnt! Die ganze Geschichte:

Rihanna und US-Präsident Donald Trump

Rihanna-Musik im Restaurant, im Club oder im Lieblingsgeschäft? Im Hintergrund der TV-Nachrichten, im Soundtrack der neuesten Hollywood-Blockbuster oder in der Werbung? Alles überhaupt kein Problem. Immerhin verdient Rihanna mit der Lizenzierung ihrer Musik ja auch richtig gutes Geld. Damit sie jede Anfrage aber nicht selbst beantworten muss, übergibt sie die Verantwortung an sogenannte Rechteverwertungsgesellschaften für Musikstücke. In den USA liegt die Aufgabe daher bei den Anbietern von Harry Fox, ASCAP sowie BMI. Letzterem gehört der zweitgrößte Teil ihrer Werke an, die sich – wie es in Deutschland die GEMA – tut, um die Rechteverwaltung ihres Musikkatalogs kümmert. Habe ich also vor Rihannas Musik kommerziell zu nutzen (und somit nicht privat), muss ich mir erst eine Lizenz dazu erwerben. Eigentlich kann jeder x-Beliebige sich das Recht dazu einkaufen. Auch Donald Trump hat das jüngst getan.

Dass Rihanna aber kein Fan des 45. Präsidenten der USA ist, hat sie uns schon diverse Male vor die Augen gehalten: Am Tag der Wahlen lief sie in einem Hillary Clinton-Shirt durch New York (8.11.2016), Rihanna trägt ein Hillary Clinton-Shirt in New York (8.11.2016)Rihanna beim Women's March in New York (21.01.2017)protestierte am „Women’s March“ gegen ihn und forderte ihn sogar zum Rücktritt auf (21.01.2017), nannte ihn nach seiner Entscheidung muslimischen Bürgern aus sieben Ländern die Einreise zu verbieten einen „unmoralischen Schwein“ (29.01.2017) und ließ ihn auch nach der Hurrikansaison in Mittelamerika wissen, dass sie mit seiner vernachlässigenden Politik nicht übereinstimmt (28.09.2017). Auch zu den jüngsten „Midterms“ am Dienstag, an dem das Repräsentantenhaus neu gewählt wurde, ließ sie uns wissen, dass sie eindeutig auf der Seite der kandidierenden Demokraten ist: Auf ihrer Twitter– und Instagram-Timeline fand sich eine Aufforderung nach der nächsten wieder: „Geht wählen! Der wichtigste Tag in eurem Leben. Ihr habt die Möglichkeit Geschichte zu schreiben.“

Als ihr inmitten ihrer Statusmeldungen daher ein Journalist der Washington Post mitteilt, dass ihre Good Girl Gone Bad-Single „Don’t Stop The Music“ gerade auf sämtlichen Trump-Events rund um Chattanooga, Tennessee abgespielt wird, platzt Rihanna via Twitter aus allen Nähten: „Nicht mehr lange! Weder ich noch meine Leute werden jemals bei solch tragischen Kundgebungen teilnehmen. Ich danke Dir für die Info!“ Mit aktuell über 600.000 Herzchen sollte es Rihannas meist gelikter Tweet aller Zeiten werden. Noch am selben Abend enthüllt Buzzfeed.com dann: Rihannas Anwälte schickten dem Rechtsberater des Weißen Hauses eine Abmahnung zu. Mit der Begründung, dass die Nutzung ihrer Musik den Eindruck erwecke, dass sie Donald Trump unterstützten würde, verbietet sie ihm und dem Weißen Haus die öffentliche Wiedergabe ihrer Musik. Die Behauptung es würde sich um Urheberrechtsverletzung handeln, ist jedoch unbegründet: „Don’t Stop The Music“ unterliegt dem BMI, die für ihre Lizenzierung im Fall von Rihanna bislang keine weitere Erlaubnis mehr von ihr selbst eingeholt haben. Anfragende Unternehmen oder Institutionen bekamen daher Zugriff auf das gesamte Portfolio des Anbieters. Auch Trump hatte die vertragliche Zusicherung somit erhalten.

Doch selbst damit ist nun Schluss: Am Donnerstag kündigt BMI an, dass der sogenannte „Rahmenlizenzvertrag“ vollständig aufgehoben wurde. BMI hat Rihannas Musiktitel nun aus dem Vertrag mit der „Donald J. Trump for President, Inc.“ ausgeschlossen. Fortan kann er zwar noch am BMI-Portfolio von insgesamt 14 Millionen Musikstücken zugreifen, aber definitiv nicht mehr an Rihannas Werken. Rihanna folgt damit Künstlern wie Adele, Pharrell Williams und Bands wie den Rolling Stones und Queen, die vor ihr schon dasselbe getan haben. Wer sich nun fragt, ob Rihanna als bajanische Einwanderin überhaupt der amerikanischen Staatsbürgerschaft unterliegt, sollte noch eine Sache wissen: Nein! Rihanna hat sich ihrem Pass zufolge nie wirklich von ihrer Heimatinsel Barbados gelöst und erneuert in den USA schlicht immer wieder ihre Greencard (bis zu zehn Jahre). Für sie aber kein Grund das Land, in dem sie lebt, nicht trotzdem ein Stück besser zu machenTrump hat sich seit dem ersten Tweet am 5.11. übrigens nicht zum Thema geäußert.

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