Rihanna mit 20 vs. mit 30 Jahren: Wie aus der Sängerin eine Geschäftsfrau wurde

Rihanna mit 20 und mit 30 Jahren

Er sitzt alleine in der Badewanne, hört laute Musik und gönnt sich Trauben mit einem Rotwein. Das Video von Comedian „The Ify“ ging auf Rihannas Instagram-Profil buchstäblich viral: Über sieben Millionen Aufrufe innerhalb von nur 24 Stunden. Rihanna setzt damit aber auch ein klares Zeichen. Immerhin ist dem Video noch der Satz „so verschwinde ich für ein paar Tage und ignoriere im Namen meiner Selbsterhaltung mal all meine Verantwortlichkeiten“ hinzugefügt. Ist das etwa ein Sinnbild für das neue Leben von Rihanna? Für uns war das Video mal Anlass genug, um genauer hinzuschauen – und vor allem zurückzublicken. Inwiefern hat sich Rihanna im Laufe der letzten zehn Jahre eigentlich verändert? Wie viel ihres 20-Jährigen Ichs steckt noch in der heute 30-Jährigen Rihanna?

Vor rund zehn Jahren durchlebte Rihanna einen Umbruch in ihrem Leben. Der Grammy-Abend 2009 machte aus dem schüchternen Inselmädchen über Nacht eine selbstbewusste Frau. Das einstige skandalfreie Popsternchen steht fortan im Rampenlicht. Die Paparazzi folgen ihr auf Schritt und Tritt. Rihanna auf der Clive Davis Pre-Grammy-Party (2009)Doch Rihanna macht das Beste draus, verarbeitet ihre Gefühle in ihren Songs und hat nun vor allem ein Hobby: Denn mit dem Erreichen des 21. Lebensjahres, hat Rihanna das Feiern für sich entdeckt! Kaum eine Party, die Rihanna umgehen kann. Ein Vorbild sein? Nö, warum? Schließlich möchte Rihanna der Jugend nicht vorleben, was sie zu tun haben und möchte bloß ihr eigenes Leben leben. Doch das ist kaum noch unter ihrer eigenen Kontrolle: Ihr Buchhalter verschätzt sich in den Bilanzen – Rihanna ist so gut wie pleite. Wie man da wieder herauskommt? Einfach weitermachen! Mal eben auf Tournee ein neues Studioalbum aufnehmen? Das macht sie – unter der strengen Obhut von Def Jam Recordings – gleich zwei Mal. Schlaf benötigt die Pasta-liebende Sängerin kaum noch. Doch eine „Sängerin“? Dabei sollte es nicht bleiben. Ihr Fotobuch „Rihanna“ ist das erste Projekt außerhalb der Musik, welches sie auf den Markt bringt. Ein Parfumvertrag, viele weitere Werbeprojekte und Filmrollen sollten folgen. Denn Rihanna ist so begehrt wie nie. Eine Nummer-Eins-Single nach der anderen katapultiere sie auf die obersten Ränge der Charts. Eine Stunde Radio hören ohne einen Rihanna-Track dabei auf die Ohren zu bekommen, ist kaum noch möglich. Def Jam macht aus Rihanna die erfolgreichste Popsängerin ihrer Zeit. Und sie reist dafür um die Welt, knapp 60 Länder in nur wenigen Jahren – und ihr ca. zehnköpfiges Entourage kommt überall hin mit. Private Gigs mit ihr? Kaum noch zu bezahlen. Rihanna erhält sogar Geld, um bei den Modeschauen in der ersten Reihe zu sitzen und stolze acht Millionen Dollar, um die Weihnachtsbeleuchtung in London einzuschalten. Mal eben zum Friseur oder zum Tätowierer gehen? Rihanna lässt sich diese viel lieber einfliegen.

Rihanna und Jay-ZDoch irgendwann weiß auch Rihanna: Ich bin viel mehr wert. Sie kündigt ihr altes Management und zieht sich nun vollständig unter die Obhut von Jay-Z zurück. Er hat sie als Plattenboss von Def Jam zwar nicht entdeckt, galt aber schon immer als eine Art Mentor für sie. 2014 schließt sich Rihanna daher seinem neuen Label Roc Nation an. Und Jay steht völlig hinter ihr, egal was kommt. Doch er ermutigt sie sogar und will, dass sie so unabhängig wie nur möglich wird. Immerhin kämpfte er selbst Jahrzehnte lang dafür, dass er die Rechte an seinen eigenen Songs erhält. Rihanna schafft das im Jahr 2015. Fortan erhält sie nicht nur die wenigen Cents, die für den Künstler übrigbleiben, sondern verdient nun an allen Schritten der Produktzyklen mit. Rihanna wird damit immer selbstständiger: Rihannas FENTY Corp-LogoSie gründet ihr eigenes Label, ein eigenes Publishing-Unternehmen und gründet unter der Führung von „FENTY Corp“ ein ganzes Imperium. Viele große Unternehmen werden nun auf sie aufmerksam und wollen mit ihr kooperieren. Samsung ist das sogar 25 Millionen Dollar wert. Puma kauft Rihanna gleich als „Creative Director“ ein und lässt über vier gemeinsame Kollektionen den Gesamtwert des Unternehmens steigen.

Privat zieht sich Rihanna aber zurück. Schlicht viel zu viele Unternehmen und Mitarbeiter sind nun auf sie angewiesen. Während ihre Social Media-Kanäle kaum noch wachsen, steigt ein ganz anderer Wert aber rapide an: Ihr Marktwert. Rihannas Exklusivität macht sie buchstäblich teurer. Denn während früher Bikini-Selfies und Joint-Aufnahmen ihre Instagram-Timeline zierten, findet man heute hauptsächlich Business-Shots wieder. Ihr Image ist ihr wichtiger denn je. Aufmerksamkeit erregen? Wofür? Rihanna macht nur noch das, was ihr gefällt. Gerüchte die in der Zwischenzeit entstehen, sind ihr egal – Rihanna würde als Normalo nicht einmal das Internet benutzen. Doch mittlerweile gesteht sie sich eben ein, dass sie nun doch eine Art Vorbildsfunktion hat – und setzt diese auch dementsprechend ein.

Durch humanitäre Events wie ihrem „Diamond Ball“ knüpft Rihanna derweil unternehmerische Kontakte. Plötzlich gelten millionenschwere Unternehmen wie „Chopard“ zu ihren Sponsoren. Rihanna, die einst Fans und Hater den Weg weiste, hält sich heute zurück: „Ich bin zu alt, um Leute im Netz fertigzumachen“, sagt sie während ihrer „ANTI World Tour“. Rihanna mit Nichte MajestyIhr 24/7-Entourage löst sich in Zwischenzeit auf. Denn Rihanna zieht für die große Liebe nach London. Die BFF , die, aufgrund des Versterben ihrer Eltern, über zwölf Jahre lang Tag für Tag an ihrer Seite stand, distanziert sich von der berühmten Freundin. Sie gehen nicht im Streit auseinander, sondern leben nun ihre eigenständigen Leben. Rihanna wird erwachsen – und das obwohl sie schon mit 22 ans Kinderkriegen dachte. Vor allem Nichte Majesty hat es ihr angetan und uns endgültig bewiesen: Rihanna ist ein absoluter Familienmensch. All der Erfolg und das Geld bedeuten ihr dabei nichts. Ihr letztes Studioalbum „ANTI“ landet schließlich mit einer Millionen Kopien zum freien Download im Netz. Die Musik wird somit zur Nebensache. Denn Rihanna macht nun völlig Karriere.

Immerhin erobert sie eine Branche nach der anderen: Sie revolutioniert die Make-Up-Industrie und schüttelt alteingesessene Unternehmen auf. Mit „FENTY Beauty“ macht sie allen bewusst, dass Diversität auch in der Kosmetikindustrie eine Rolle spielen muss. Und mit genau dem Ansatz geht es mit „Savage X“ weiter an die Macher von Unterwäsche. Fülligere Frauen oder Damen mit einer dunkleren Hautfarbe haben es schwer passende und zeitgleich schöne Dessous zu finden – Rihanna zieht dem nun einen Strich durch die Rechnung. Aber, da war doch was? Rihanna und BHs? Das passte jahrelang nicht zusammen. Heute sagt Rihanna: Rihanna in Malawi (Januar 2017)Rihanna für Savage X FENTY„Mit 30 fängt es eben an zu hängen!“ Genauso humorvoll, aber auch hartnäckig macht Rihanna nun sogar politisch Karriere. Sie ist nun „Globale Botschafterin für Bildung“, reist für den Titel in die ganze Welt und fördert vor allem die Jugend/Kindheit von heute. Sie schickt Fahrräder nach Malawi und vergibt Stipendien auf Barbados. Die 2018 neugewählte Präsidentin ihres Heimatlands revanchiert sich dafür schnell: Rihanna erhält als Botschafterin der Insel fortan Immunität und ein hohes Ansehen. Das in der Schule gehänselte Mädchen, die doch tatsächlich Mathematik und Physik liebte und eigentlich mal Psychologin werden wollte, zeigt der Welt nun selbst wo es lang geht. Sie ist immer noch eher der schüchterne Typ und wird vor Auftritten und Reden nervös, doch sie weiß ganz genau, wofür sie all das macht: Für ihre Fans. Dafür ist Rihanna mit 30 noch genauso dankbar wie mit 20.

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