Rihannas Jahresgehalt 2018: 32 Millionen Euro – echt oder fake?

Rihanna bei den BET Awards 2015

Könnte man Rihanna kaufen, müsste man dafür stolze 209 Millionen Euro hinblättern. Das zumindest ist laut „Celebrity Net Worth“ ihr aktueller Marktwert. So ganz offiziell ist die Zahl jedoch nicht. Immerhin arbeitet die Plattform größtenteils mit Schätzungen und bezieht ihre Daten aus teils ungläubigen Quellen. Rihanna selbst kommuniziert ihre Ein- und Ausgaben nämlich nicht weiter. Wie viel sie durch FENTY Beauty erwirtschaftet und durch den Aufbau von Savage X Fenty verloren hat, weiß daher kein Mensch. Dennoch versuchen sich auch renomminierte Blätter wie das Forbes-Magazin jährlich an riskanten Hochschätzungen: Wie viel Geld hat xy aus der Unterhaltungsbranche innerhalb der letzten zwölf Monate verdient? Die aktuellen Zahlen aus dem Zeitraum vom 01. Juni 2017 bis zum 31. Juni 2018, veröffentlichte das Heft nun in seiner Top 98 der „Bestbezahlten Stars der Welt“. Rihanna findet sich darin als 28. Musiker auf Rang 84 wieder. Mit einem geschätzten Jahresgehalt von 37.5 Millionen Dollar. 32 Millionen Euro steckte sie sich demnach selbst in die Tasche – ihre Manager, Agenten und Angestellten haben ihren Stück vom Kuchen bereits erhalten, auch ihre Steuern wurden hier schon abgezogen.

Rihannas FENTY Beauty-LogoDoch auch das Forbes-Magazin basiert seine Hochschätzungen auf Zahlen, die sie aus den verschiedensten Quellen beziehen: Dem wöchentlichen Magazin von Pollstar, der Filmdatenbank IMDB, NPD BookScan, ComScore sowie angeblichen Interviews mit „Branchenexperten“. Zusammen in den Mixxer gelegt macht das Endergebnis aber häufig gar keinen Sinn mehr. Denn was ist in den letzten zwölf Monaten tatsächlich alles passiert? FENTY Beauty launchte im September 2017 und wies der VOGUE zufolge in den ersten 40 Tagen schon einen Umsatz von 100 Millionen Dollar auf. Calvin McDonald gab als Präsident von Sephora (Exklusiver Handelspartner der Marke) auf einer Pressekonferenz der Beautybranche (ab 10:49) sogar noch an, dass Rihannas Kosmetiklinie die eigenen Erwartungen um 50% übertroffen hätte. Rihannas Savage X Fenty-LogoWeitere offizielle Zahlen gibt es nicht – nicht einmal in den offiziellen Geschäftsberichten des Mutterkonzerns LVMH wird deutlich, wie viel die einzelnen Unternehmen für sich umgesetzt haben. Eine Sache jedoch vorweg: Rihanna hält nur zu 50% die Rechte am eigenen Unternehmen, den Rest des Geldes steckt sich die Luxusgütergesellschaft ein, unter die sich FENTY Beauty gereiht hat. Zur im Mai 2018 gestarteten Unterwäschekollektion SavageX existieren sogar noch gar keine Zahlen – das Techstyle-Unternehmen launchte inmitten des zweiten Quartals. Neben der fortlaufenden Kooperation zu FENTYxPuma, einigen Sommer-Hits und Filmrollen, stand ansonsten aber nichts mehr an. Vor allem die beiden Cashcows (dt. Goldesel) suchte man vergeblich: Auf 1) Tournee machen Künstler ihrer Art nämlich das meiste Geld, was ohne ein 2) neues Studioalbum aber nicht umzusetzen war.

Filmplakat zu Ocean's EightDoch ergeben die 32 Millionen Euro nun überhaupt Sinn? Ist das nicht ein wenig zu gering geschätzt? Denn: „Ocean’s Eight“ war ein Kassenschlager. Über 250 Millionen Dollar nahm der Film (Stand: 16.07.2018) bereits ein. Allerdings spielte Rihanna als eher unerfahrene Schauspielerin dann doch eher nur eine „Nebenrolle“ und erhielt ganz offensichtlich auch keinen Extra-Check aus der „Promotion-Kasse“. Denn der Vermarktung ist sie bis auf drei Ausnahmen (zwei Premieren + Graham Norton) gekonnt aus dem Weg gegangen. Doch auch musikalisch lief es doch ganz gut? „Wild Thoughts“ gilt immerhin als die 18. erfolgreichste Single 2017 und verkaufte sich weltweit über neun Millionen mal (inkl. der Streaming-Formel). Den Großteil des Geldes steckten aber andere ein: Rihanna schrieb nur minimal am Songtext mit und war lediglich als Gastmusikerin gelistet. Ihre eigene Musik läuft derweil unter ihren eigenen Fittiche. Mit „Monica Fenty Publishing“ sowie „Westbury Road Entertainment“gründete sie zur Veröffentlichung von „ANTI“ ihr eigenes Plattenlabel sowie ihre eigenen Verlag. Rihanna im Wild Thoughts-MusikvideoDoch auch hier darf nicht vergessen werden, dass beide Unternehmen immer noch Subunternehmen der Major Labels Universal Music und Warner Music agieren. All ihre Bosse – inkl. Jay-Z (Roc Nation) mit einem aktuellen Jahresumsatz von 65 Millionen Euro – verdienen an Rihanna mit. Mit ihrer Teil-Selbstständigkeit im Jahr 2015 hat sie so zwar die Rechte an ihren eigenen Songs erhalten, muss für dessen Verkauf, Lizensierung, etc. nun aber selbst mit anpacken. Ohne hohe Ausgaben geht das natürlich nicht. Denn auch für Rihanna ist z.B. der Kampf gegen Markenrechtsverletzungen ein teurer Spaß.

Man kann daher darüber munkeln, ob die 32 Millionen Euro nun Sinn ergeben oder nicht, feststeht aber, dass es immer ein Pro und eben auch ein Kontra gibt. Sehen wir es mal so: Rihanna ist doch tatsächlich eine 1€-Jobberin! Der große Unterschied ist jedoch, dass sie den glatten Euro pro Sekunde verdient. Heruntergerechnet sind ihre 32 Mille nämlich 87,671€ am Tag, 3,652€ die Stunde, 60,86€ die Minute und dementsprechend exakt ein Euro die Sekunde. Die Jahre zuvor bilanzierte das Forbes-Magazin übrigens mit folgenden Zahlen. Die Angaben in Euro basieren tatsächlich auf den wahren Umrechnungskurs des jeweiligen Jahres – immerhin existiert Rihannas-Rehab.com auch schon seit 2008.

2017: 36 Millionen Dollar / 30 Millionen Euro
2016: 75 Millionen Dollar / 67 Millionen Euro (Welttournee, Samsung-Deal für 25$Mio., …)
2015: 26 Millionen Dollar / 24 Millionen Euro
2014: 48 Millionen Dollar / 35 Millionen Euro
2013: 43 Millionen Dollar / 33 Millionen Euro
2012: 53 Millionen Dollar / 43 Millionen Euro
2011: 29 Millionen Dollar / k.A.
2008: 15 Millionen Dollar / k.A.

In den übrigen Jahren lagen dem Magazin angeblich nicht genug Daten vor. Auf dem Treppchen der diesjährigen Liste sitzt übrigens Boxer Floyd Mayweather mit einem Jahresgehalt von stolzen 285 Millionen Dollar (243€ Mio.). Rihannas direkten Konkurrentinnen stehen aufgrund von teuren Jury-Positionen oder einer Welttournee selbstverständlich über ihr: Katy Perry (Platz 19 / 83$ Mio.), Taylor Swift (Platz 21 / 80$ Mio.), Beyoncé (Platz 35 / 60$ Mio.) sowie Lady Gaga (Platz 49 / 50$ Mio.).