Rihanna über Hintergründe, Inspirationen und Herausforderungen der zweiten „FENTYxPuma“-Kollektion

Rihanna auf der Pariser Fashion Week (28. September 2016)

Zehn Jahre lang konzentrierte sich Rihanna „ausschließlich“ auf die Musik – und obwohl Sie uns stets angab, dass diese immer ihre Nummer Eins bleiben würde, spricht die Freude in ihrem Gesicht eine eindeutige Sprache. Die neue „FENTYxPuma“ Frühjahr/Sommer 2017-Kollektion – die vor erst wenigen Tagen auf der Pariser Fashion Week vorgestellt wurde – entwarf Rihanna sogar inmitten ihrer „ANTI WORLD TOUR“. Selbst in einer Zeit, in der es daher um ihre Musik gehen sollte, denkt Rihanna abseits der Bühne noch immer an die Mode. Für Sie ist das Designen aber nicht bloß ein weiterer Standbein, sondern nun mal auch eine zweite Leidenschaft.

Die Mode ist nämlich schon seit ihrer Jugend ein treuer Begleiter ihrer Persönlichkeit, die sich mit dem Abstauben des „Fashion Icon Awards“ vor zwei Jahren nur noch weiterentwickelte. Heute ist Rihanna nicht nur als „Creative Director“ bei Puma tätig – in dessen Position Sie sogar schon eine Kampagne mit Model Cara Delevingne in Szene setzte – sondern darf sich auch noch selbst als Designerin behaupten. Besonders stolz dabei ist Sie jedoch auf Kritiken der Fachleute. Zwei Artikel zwei besonderer Webseiten, legte Sie uns daher noch auf Twitter auf den Tisch. Die Fashion-Bibel „VOGUE“ zählt Rihanna immerhin zu den wenigen Stars, die es auch in der Modewelt geschafft haben und das Portal „WWD“ erkennt wiederum, dass Rihanna trotz großer Konkurrenz noch immer Alleinstellungsmerkmale aufweist.

Auf Instagram betonte Sie nach der Show daher noch einmal, wie viel ihr diese Worte bedeuten würden. Im „VOGUE“-Interview verriet Sie uns aber auch noch, dass selbst Sie inspiriert wurde und zählt dabei Marie Antoinette aber auch das französische Modehaus Dior zu ihren Inspirationen. Wir haben euch das komplette Interview folgend übersetzt:

Erzähl uns ein wenig über die Hintergründe der Kollektion.
„Die neue Kollektion ist definitiv das absolute Gegenteil der ersten: diese hielt ich absichtlich etwas dunkler. Aber der Frühling muss meiner Meinung nach einfach frischer sein, selbst wenn ich nicht ganz auf schwarze Kleidung verzichten würde. Ich wollte daher auch nicht, dass die Frühjahrskollektion zu „fröhlich“ wird und hielt sie daher ein wenig auf den Straßen. Ich habe mich von der französischen Kultur im 18. Jahrhundert – besonders von dem Schloss von Versailles und Marie Antoinette – inspirieren lassen. Sie hatte diese majestätische Art an sich und alles musste gewaltig sein. Ich wollte genau das mit dem Sport vereinen. Es war eine Herausforderung, die ich sehr genossen habe und ich hoffe, dass es die Endkunden auch tun werden.“

Warum hast du die Kollektion in Paris vorgestellt?
„Ich wollte, dass man die ganze Tiefe der Kollektion versteht. Die Zuseher sollten denken, dass Marie genau so ins Fitnessstudio oder zum Tennis gehen würde. Zumindest habe ich mir das so vorgestellt und hoffe, dass es lustig rüber kam. Die andere Herausforderung lag darin Klamotten für Herren zu entwerfen. Ich ging daher in mich und sagte mir „entwirf das, was auch du tragen würdest“, da ich selbst immer wieder Herren-Klamotten trage. Für die Show selbst ließ ich mich wiederum von früheren Christian Dior-Präsentationen inspirieren, als er diese noch in kleinen Räumen hielt. Die Leute von Dior haben mir davon erzählt, als ich deren Hauptsitz besuchte. Es faszinierte mich, da Dior ja so eine große Marke ist.“

Welche Erinnerungen verbindest du mit Paris?
„Ich erinner mich an ganz viel Coca Cola und Schokolade. Egal wo ich war, selbst im Radio, es wurde einem immer Chips, Schokolade oder Cola angeboten. Zu der Zeit muss ich 16 oder 17 gewesen sein. Ich erinner mich aber auch an die unglaubliche Architektur hier. Ein Brunnen inmitten eines Kreisverkehrs, die Straßen und die Laternenmasten – alles hier ist so wunderschön. Selbst wenn man nur einmal hier war, erinnert man sich an solche Dinge. Und desto öfter man herkommt, desto mehr lernt man erst kennen. Schlussendlich konnte ich mir dann das Schloss von Versailles ansehen, wo wir eine Kampagne für Dior gedreht haben. Ich war überwältigt von den Hallen und Räumen, in denen sich einst Marie herumtrieb. Solche Dinge verfolgen einen und inspirieren einen irgendwann einmal. Mich traf diese Inspiration für die neue Kollektion.“

Welcher Song würde die Kollektion am besten beschreiben?
„Der Soundtrack zur Präsentation! Ein Zusammenspiel einer Violine und Trap Beats. Die Kollektion ist ziemlich hoheitsvoll in einer perfekten Mischung aus Streetwear und Sportbekleidung.“

Rihannas zweite Show auf der Pariser Fashion Week (28. September 2016)Was zum Zeitpunkt unseres Artikels übrigens noch nicht feststand: Rihanna präsentierte ihre Kollektion unerklärlicherweise eine Stunde nach der ersten Show noch einmal. Einige Bilder von Rihannas Abschlusswalk sind uns hier erhalten geblieben. Heute Mittag suchte Rihanna derweil auch noch die Fashion Week-Show von Dior auf. Bilder von Rihanna in der ersten Reihe mit Model Kate Moss, können hier eingesehen werden. Dem „VOGUE“-Magazin zufolge, dürfte Rihanna übrigens schon jetzt einen verstaubten Trend erneut entfacht haben: nachdem sämtliche ihrer Models nämlich mit Ringen im und am Mund über den Laufsteg liefen, prophezeit das Heft, dass Piercings bzw. Anstecker an der Unterlippe wieder ganz groß herauskommen könnten…