Rihannas Album „ANTI“: Chart-Flop oder Hit? Die Wahrheit!

Rihanna auf der

Rihannas aktuelles und bereits achte Studioalbum „ANTI“ erschien heute vor genau zwei Wochen. Die letzten 14 Tage waren dabei nicht immer ganz einfach… zu verstehen. Denn es gab viele Zahlen, viele Spekulationen und etliche falsche Aussagen. Zeit Licht ins Dunkle zu bringen! Eine Sache vorab: „gefloppt“ ist „ANTI“ nicht. Denn obwohl das Billboard-Magazin mit seiner Angabe das Album hätte lediglich 460 Kopien verkaufen können, nicht gelogen hat, so steckt da dennoch viel mehr hinter. Denn das Album wurde bekanntlicherweise über Tidal in der Nacht von Donnerstag auf Freitag geleakt. Nun bietet Tidal seinen Usern auch die Möglichkeit an, solche Veröffentlichungen direkt zu erwerben. Diese 460 Sales (dt. Verkäufe) stammen daher aus diesen wenigen Minuten des nicht gewollten Leaks der Musik-Streaming-Plattform. Denn das Billboard-Magazin, welches die Verkäufe auswertet und in den offiziellen Hitlisten wiedergibt, schloss kurz darauf die Periode, die für die kommende Chartwoche berücksichtigt wird.

Genau aus diesem Grund stieg das Album auch erst einmal nur auf Platz 27 der US-Alben-Charts ein und sprang dann aber in der zweiten Chartwoche direkt auf die Hitlisten-Spitze. Doch da war noch etwas: Samsung sponserte die ersten eine Millionen Kopien, die jedem Fan über Tidal kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. Während das Billboard-Magazin solche Sponsorings nicht anerkennt – da hier die Regel gilt „der Endverbraucher muss mindestens 3,69$ dafür zahlen“ – arbeitet die RIAA mit ganz anderen Richtlinien: die eine Millionen Exemplare wurden bereits innerhalb von nur 15 Stunden in Anspruch genommen. Somit gilt „ANTI“ nun als das schnellste Album jemals, welches mit Platin ausgezeichnet wurde. Denn die RIAA sagt: gesponsert hin oder her, es war immerhin die Entscheidung der Endverbraucher sich das Album auch tatsächlich herunterzuladen. Die Tidal-Leak hat daher unnötig für Unruhen gesorgt, die letztendlich lediglich an Rihanna abprallen. Tidal und Universal Music (Rihannas oberstes Plattenlabel) beschuldigen sich seither übrgiens gegenseitig, wie es überhaupt zum Vorfall kommen konnte. Doch Tidal bewirkte mit seiner eintägigen Premiere – das Album landete erst am nächsten Tag auf allen anderen Plattformen – noch ein weiteres Desaster:

Tidal spricht von „neuen Wegen, wie Fans an neue Musik kommen“ und bestätigt, dass neben den eine Millionen kostenlosen Exemplaren, sogar noch 400.000 weitere innerhalb von nur 15 Stunden über die Plattform heruntergeladen wurden. Blöd nur, dass weder Billboard noch die Weltcharts Verkäufe über Tidal anerkennen. Die 400.000 Fans, die sich das Album hier bereits heruntergeladen haben, haben dann natürlich von Amazon, iTunes und Co von abgesehen. Weshalb das Album daher nun mit lediglich 193.000 digitalen Verkäufen in der ersten Woche auf Platz Zwei der Weltcharts einstieg. Ihr letztes Album „Unapologetic“ stieg damals noch mit 492.000 Verkäufen direkt auf Platz Eins ein. Doch Rihanna ließ uns bekanntlich eines bereits wissen: es kommt ihr überhaupt nicht auf die Charts oder die Verkäufe an.

Sich über folgende Zahlen freuen, darf sich Rihanna aber trotzdem: das Album ist in den USA zeitgleich auf Platz Eins der Hitlisten „Top Album Sales“, „Digital Albums“, „Top RnB/Hip Hop“ sowie „RnB Albums“. 14 der 16 Lieder stiegen in die Top 200 der „Digital Songs“ ein, „Needed Me“ schaffte es als einziger Song (neben „Work“) mit über 26.000 Verkäufen sogar auf Platz 91 der offiziellen Single-Charts. Über 14 Millionen mal wurde das Album bereits gestreamt – in Ländern wie z.B. der USA ein ganz wichtiger Wert für die Charts. Über 330.000 Songs wurden bereits einzeln aus dem Album gekauft – auch das wird in den USA ab 10 einzelnen Songs als „ein verkauftes Album“ gewertet. Nachdem das Album kurzzeitig wieder fiel, bekommt es seit der Aufnahme durch Spotify sowie der CD-Release zum 05. Februar übrigens erneut grüne Updates. In den deutschen Mid-Week-Charts konnte sich Rihanna so z.B. schon von Platz 12 auf Platz Drei platzieren.

Und während sich die ganze Welt Sorgen um die Charts und Verkäufe macht, zählt für Rihanna wohl nur noch eines: gute Musik, die Sie eben noch in 15 Jahren gerne performen würde. Dass Sie dafür von diversen Musik-Experten hochgelobt wird, erkennt man u.a. an ihrem „Metacritic“-Wert, der durch anerkannte Reviews hochkarätiger Experten ermittelt wird. Mit 73/100 wird „ANTI“ in der Branche als ihr zweitbestes Album nach „Rated R“ (75/100) eingestuft. Basierend auf Reviews der Fans ist es um einen Punkt sogar ihr bestes.