Rihanna spricht im „T Magazin“ über ihre Erfahrungen mit Rassismus, Sex und Ängsten

Rihanna auf dem Cover des amerikanischen

Erst lässt Rihanna das ganze Fashions-Zeugs hinter sich, spricht dann erstmals über absolute No-Go-Themen und ist dann plötzlich ganz offiziell in der Künstlerszene angekommen. Denn nicht nur ihr „ANTI“-Album-Cover, sondern auch das nun erschienene „T Magazin“ der New York Times, sind künstlerisch angehaucht und zeigen Rihannas Visionen auf kreativer Ebene. Denn Fotograf Craig McDean lichtete Rihanna nicht nur für die Ausgabe ab, sondern shootete mit ihr auch gleich noch eine Art „Hinter-den-Kulissen“-Video, die ganz anders rüberkommt als wir es sonst gewohnt sind.

Bei uns erscheinen wird das Magazin jedoch nicht: es handelt sich um eine besondere „The Greats“-Ausgabe (dt. die Größten), die von sechs auserwählten Persönlichkeiten geziert wird. Rihanna ist eine davon und bekommt diese Ehrung auch gleich im dazugehörigen Interview zu spüren. Ihre Interview-Partnerin Miranda July war ihren eigenen Angaben zu Folge nämlich bestens darauf vorbereitet und zauberte uns ein Interview, welches ihr euch nun in kompletter Länge auf deutsch durchlesen könnt.

Ähnlich wie auch schon im „Vanity Fair“-Interview, spricht Rihanna aber eher über persönliche Dinge und kommt nicht ein Mal auf ihr anstehendes Studioalbum zu sprechen. Sie spricht ersatzweise über ihre Ängste nach einer Geburt, verriet was Sie an Männern anturne und wann bei ihr „Sex“ ein Thema wurde. Obendrauf geht es noch über ihre Rassismus-Erfahrungen und einer ganz persönlichen Frage eines willkürlichen Taxifahrers. Oumarou Idrissa fuhr Miranda zuvor noch zur Interview-Location im „Geoffrey’s“-Restaurant – und hat auch Rihanna schon einmal selbst treffen können. Hier das Interview durchlesen:

Thema Statement Bemerkungen
Google-Nutzung „Ich recherchiere sehr oft über wahllose Themen: in letzter Zeit informiere ich mich sogar viel über Geburten. Mich interessiert einfach in wie fern sich bestimmte Dinge danach ausweiten und was daraufhin passiert. Ob es so groß bleibt oder sogar tiefer wird. Denn manche Kerle sind da echt pingelig: wenn Sie kein Ende spüren können, fühlt es sich nämlich an wie ein Abschuss ins Nirgendwo. Aber nicht falsch verstehen: in naher Zukunft werde ich definitiv noch keine Kinder bekommen.“ Rihanna schon im Juni 2012: „ich bin bereit für meine eigenen Kinder!“
Instagram „Natürlich lade ich meine Bilder selbst auf Instagram hoch. Meine Fans erschnüffeln jeden Mist, die kann ich nicht so einfach hinters Licht führen. Meine Bilder bearbeite ich übrigens sehr gerne mit der App „Squaready“, mit der man jedes Bilder in die quadratische Form anpassen kann.

Auf die Inhalte kommt es bei mir aber nicht an. Ob ich jetzt Kleidung trage oder nicht, ich will einfach eine nackte Frau sehen, der ihre Nacktheit überhaupt nicht auffällt. Die Männer tun doch auch alle was sie wollen, warum sollte ich das nicht dürfen?“

Weitere Informationen zu allen Rihanna-Netzwerken.
Lebenseinstellung „Ich bin eher jemand, die vorausschauend denkt, als im hier und jetzt stehen zu bleiben. Aber im Moment trifft mich irgendwie alles emotional. Manchmal fühle ich mich unsicher, wenn ich etwas fertig gebracht habe – ich habe den Boden unter mir schon wegbrechen fühlen, weil es sich so anfühlte, als wäre es jetzt gewesen. Und sogar jetzt, wo jeder hier am feiern ist: ich blicke lieber immer weit voraus, denn in dieser Weite des Ruhms will ich nicht verloren gehen.“ 10 Dinge, die Du von Rihanna lernen kannst.
Männer „Männer brauchen Aufmerksamkeit und eine Frau, die immer für sie da ist. Ich kann es meiner Familie und meiner Arbeit garantieren, aber zur Zeit bleibt mir keine Zeit für einen Mann.“
Was turnt Rihanna an? „Mich turnen Männer an, die gebildet sind. Mich fasziniert sowas. Sie müssen keine akademischen Grade haben, sollten aber andere Sprachen sprechen können oder zumindest andere Länder der Welt, deren Geschichte oder einige Künstler kennen. Ich mag es, wenn man mir etwas beibringt.“ So sieht Rihannas Traummann aus.
Sex „Jeder hat doch diese menschlichen Instinkte in sich, die schon in sehr jungem Alter aufblühen. Bei mir fing es mit ca. elf Jahren an, als all die Mädels plötzlich darüber gesprochen haben, was sie bereits getan und nicht getan haben. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch nicht einmal einen Jungen geküsst, daher habe ich mich immer sehr unsicher dabei gefühlt. Ich habe immer gedacht, dass ich wohl nie bereit dafür sein würde – schließlich hatte ich ja noch nicht einmal Brüste.“ Rihanna Zeitleiste: so entwickelte sich Rihanna im Laufe der Jahre.
Mutter „Ich hätte das glaube ich nicht gekonnt, meine eigene Tochter in irgendein Land zu schicken, um mit Leuten zu leben, die man gerade erst kennengelernt hat. Gott muss meine Mutter schon echt gelähmt haben, dass sie es mir erlauben konnte. Ich verstehe bis heute nicht wie und warum, bin Gott aber sehr dankbar dafür.

Meine Mutter beeindruckt es, wenn ich mal frech und unverschämt bin und mich somit selbst verteidige. Sie fühlt sich dann sicherer und muss sich nicht um mich sorgen.“

Weitere Informationen zu Rihannas kompletter Familie.
Rassismus „Ich bekomme diese gewisse Ablehnung besonders zu spüren, wenn es darum geht Geschäfte abzuwickeln. Und das hört einfach nicht auf: es wird immer eine Rolle spielen. Doch genau aus diesem Grund will ich es den Leuten beweisen – es reizt mich sogar total. Denn ich ch weiß ja, was man von mir als Dunkelhäutige erwartet und ich warte nur darauf, bis ich die Erwartungen übertreffen kann.

Die Leute verurteilen mich aufgrund meines Gesamtpakets und so etwas muss ich mir immer wieder gefallen lassen. Sie denken, dass ein schwarzer Mann im Hoodie gleich bedeutet sich die Geldbörse näher halten zu müssen. Bei mir ist das ähnlich: einige verurteilen mich aufgrund meines Gesamtpakets und das obwohl sie mich doch gar nicht kennen.“

Rihannas bisherigen Werbepartner.
Konzert in Westafrika „Weißt du was? Sollt ich jemals in Westafrika sein, dann höchstwahrscheinlich für ein kostenloses Konzert. Ich würde den Leuten vor Ort etwas geben wollen, vielleicht ja sogar ein ganzes Event – so wie es Bob Marley machen würde. Und wenn sie über die Zäune klettern würden: lasst sie einfach!“ Rihanna besuchte im Laufe ihrer Karriere bisher nur vier afrikanische Länder. Welche das sind, erfahrt ihr hier.

Der Taxifahrer von Miranda ließ sich die Frage, ob Rihanna mal was in Westafrika machen würde, beantworten.

Während des Interviews soll ein weiterer Gast des Restaurants übrigens die Kamera gezogen haben, um heimlich ein Foto mit Rihanna zu schießen. Wie Miranda beschreibt, blieb Rihanna anders als Sie selbst (sie zeigte instinktiv einen Mittelfinger) allerdings ganz ruhig und gelassen, während Sie ihm noch die Worte: „das ist schon okay, du hast nur Glück, dass ich noch nicht am Essen war – das wär ein echt hässliches Bild geworden“ hinterher rief.