Rihanna offenbart sich im „Vanity Fair“-Magazin: Ex-Freunde, der Ruhm, Sex und Gewalt

Rihanna auf dem Cover des amerikanischen

Bereits im vergangenem Mai wurde berichtet: ist Rihanna auf dem Cover, gibt es höchstwahrscheinlich höhere Verkaufszahlen. Kein Wunder also, dass Rihanna immer wieder zahlreiche Titelblätter ziert – doch wer fragt hier eigentlich wen an? Melden sich die Magazine oder bietet sich Rihanna gar selbst an? Schließlich dürfte Rihanna ja wohl die Macht haben, so etwas auch zu ihrem eigenen Nutzen zu entscheiden. Wie wohl auch zur nun erschienen November-Ausgabe des amerikanischen „Vanity Fair“-Magazins, in dem es sogar ein ausführliches Interview über Rihanna als Person zu lesen gibt. Keine Mode und auch keine Musik-Themen – dafür aber ganz viel Wissen über Rihanna selbst. Da sich das Magazin noch hauptsächlich auf Artikel über Persönlichkeiten fokussierte, stellt man sich wohl zu recht die Frage, ob Rihanna – so kurz vor der Album-Release – nicht doch ein wenig Mitspracherecht bei hatte?

Denn ihr Image aufzubessern bzw. zu dementieren, kommt einem Künstler immer recht. Besonders dann, wenn Rihanna im Interview sogar noch selbst verriet, dass Sie sich um Gerüchte ihrer eigenen Person eigentlich gar nicht kümmert. So viel über Rihanna zu erfahren – was wir Fans allerdings schon längst wissen – kann bei der breiten Masse schließlich Wunder bewirken: denn nur so kann Rihanna ihre Zielgruppe ansprechen und auf sich aufmerksam machen. Im Interview wird schließlich eine Sache besonders deutlich: die Tatsache, dass auch Rihanna ein Mensch wie Du und ich ist. Sie schaut Fern, geht ins Fitnessstudio, sehnt sich nach Sex, hat den Drang nach Perfektionismus und Erfahrungen mit nervenaufreibenden Müttern und enttäuschenden Ex-Freunden. Zahlreiche Offenbarungen, die bislang doch immer als absolute No-Go-Themen galten.

Ihr könnt euch das komplette Interview daher nun hier übersetzt durchlesen, während ihr die Fotostrecke – geschossen von Fotografin Annie Leibovitzhier wiederfinden könnt:

Thema Statement Bemerkungen
Fitnessstudio „Eine Stunde im Fitnessstudio macht mir nichts aus, aber auf mein Lieblings-Essen kann ich einfach nicht verzichten. Daher bin ich aktuell so gut wie täglich im Studio.“
Krimi-Serien „Um ehrlich zu sein, hab ich in letzter Zeit viel darüber nachgedacht, wie langweilig ich doch eigentlich bin. Wenn ich mal Zeit für mich selbst habe, schaue ich am liebsten Fernsehen. Serien wie „CSI“ habe ich früher mal gerne geguckt. Heute kenne ich „The First 48“ und „Snapped“, wo echte Fälle erzählt und aufgedeckt werden. Die sind echt spannend, während der ganze andere Rest doch nur frei erfunden ist.“ Rihannas 14 Lieblings-Serien
Ex-Freund Matt Kemp (2010) „Als uns die Paparazzi in Mexiko erwischten, waren wir gerade noch in der Dating-Phase – wir kannten uns gerade erst drei Monate. Er war wirklich ein guter Junge, dessen Art ich sehr geschätzt habe. Er kam mit den Bildern gut klar, aber ich nicht. Denn ich habe mich seither unwohl bei ihm gefühlt. Schließlich dürfte er ab sofort nicht mehr mit anderen Frauen gesehen werden, da ansonsten jeder denken würde, er gehe mir fremd – und das obwohl zwischen uns doch noch gar nichts lief. Von manch anderen Kerlen habe ich nicht einmal deren Nummer, nur wird mir das wahrscheinlich niemand glauben.“ Warum sich Rihanna im Oktober 2010 vom Baseballer trennte, findet ihr hier heraus.
Sex „Ich könnte jeder Zeit Sex haben, wenn ich nur wollte. Schließlich mache ich immer das, was mich glücklich macht und ich wirklich gerne tue. Aber es würde sich einfach nicht richtig anfühlen: am nächsten Morgen würde ich aufwachen und mich so leer fühlen. Wenn man jemanden liebt, ist es natürlich was Anderes. Doch selbst wenn man eine Person an sich nicht unbedingt liebt, aber man um sich sorgt, weiß man, dass sie einen nicht geringschätzen werden. Letztendlich dreht sich aber alles um mein Selbstwertgefühl.

Das ist auch der Grund wieso ich keinen Sex mehr habe. Denn ich will nicht am nächsten Tag aufwachen und mich schuldig fühlen. Ich mein, ja, ich werde auch „geil“, ich bin nun mal ein Mensch – ich bin eine Frau, ich möchte Sex haben, aber was soll ich auch schon machen? Den nächst x-beliebigen Typen finden, mit ihm eine schöne Nacht verbringen und mich am nächsten Tag wieder so leer fühlen? Er mag dann eine gute Geschichte zu erzählen haben, doch was habe ich davon? Das kann ich mir nicht antun. Das hat viel mit dem Ruhm und der Frau zu tun, die ich heute bin – und das rettet mich vor solchen Entscheidungen.“

10 Dinge, die Du von Rihanna lernen kannst.
Angebliche Affären „Manchmal werde ich mit Personen in Verbindung gebracht, die ich zu dem Zeitpunkt gerade erst das erste Mal getroffen habe. So etwas regt mich schon auf. Diese Branche kreiert einfach Geschichten, die dich im Umfeld einiger Freunde unwohl fühlen lassen. Darf ich denn nicht neben jemand anderem sitzen oder stehen? Denken die Leute wirklich, dass mich so etwas davon abhalten würde Freunde zu haben? Ich bin in der Hinsicht aber auch eine ganz Schlimme: denn wenn ich ein Gerücht entdecke, lasse ich es nicht dementieren. Ich habe aber ein gutes Bewusstsein dabei: ich beobachte was die Leute über mich sagen und warum wer mit mir sein und mit mir schlafen will… ich bin daher sehr vorsichtig und abwehrend geworden. Ich habe es halt auf die harte Tour gelernt.“ Diese Affären wurden dennoch bereits dementiert.
Männer-Rollen „Ich sehe immer das Gute im Menschen, hoffe das potentielle kleine Etwas vom Guten zu finden und warte bis es aufblüht. Man will ja schließlich, dass sich die Männer auch als einer wohlfühlen – und das obwohl sie sich immer mehr dazu scheuen ein wahrer Mann zu sein. Viele denken doch, dass ein „echter Mann“ einer Pussy gleicht. Man ist gleich kein ganzer Mann mehr, wenn man seiner Frau den Stuhl vorschiebt oder vor seinen Freunden nett und zärtlich zu ihr ist. Das ist doch echt krank. Sie wollen keine Gentlemans sein, weil sie nicht soft wirken wollen. Und mit so etwas müssen wir Frauen aktuell klar kommen, aber da spiel ich garantiert nicht mit. Wenn es sein muss warte ich eben auf ewig, das ist schon okay. Man muss schon etliche Male enttäuscht worden sein, um so zu denken, aber ich brauche nun mal mehr, als diese Männer im Moment bereit sind zu geben.“ So sieht Rihannas Traummann aus – sowohl äußerlich, als auch innerlich.
Einsamkeit „Natürlich fühle ich mich oft einsam. Da ich aber viel zu tun habe, lenkt es mich gut davon ab überhaupt die Zeit zu finden mich einsam zu fühlen. Ich fange sogar an mich vor Beziehungen zu fürchten, denn ich würde mich nicht wohl dabei fühlen. Ich kann jemandem, der mir absolut treu ist, ja nicht einmal 10% von der Aufmerksamkeit schenken, die man in einer Beziehung bräuchte. Das ist die Realität meiner Zeit, meines Lebens und meinem Terminplaner.“
Strenge Eltern „In unserer Familie konnte und kann niemand seine Noten verheimlichen. Meine Mutter war da echt streng.“ Mehr über Rihannas komplette Familie.
Anfänge der Musik „Ich war schon immer besessen von der Musik. Es fing an mit Reggae, ich liebte Barrington Levy und Beres Hammond. Später wurde ich dann auch von Mariah Carey, Céline Dion und Whitney Houston inspiriert.“ Rihannas weiteren Vorbilder.
Dem ersten Vorsingen bei Def Jam „Ich hatte das aller erste Mal in meinem Leben Extensions in den Haaren und trug ein komplett weißes Outfit. Diese Leute hatten bereits mit den talentiertesten Leuten gearbeitet und ich kam als eine Art Samen aus einer weit entfernten Insel. Allein die Möglichkeit zu haben vor ihnen zu singen, war unglaublich für mich. Ich war so nervös, dass selbst meine Knie am zittern waren.“ Wie Rihannas Manager Jay Brown noch im Interview angibt, dauerte das ganze Prozedere 12 Stunden, sodass Rihanna um 03:00 Uhr in der Nacht unterschrieb. Wie es heißt wurde Rihanna zu dem Zeitpunkt bereits von einem weiteren Plattenlabel abgewiesen, während DefJam Rihanna und ihren Anwalt nicht mehr gehen lassen wollte, bis die Verträge unterschrieben waren.
Gewaltopfer „Mein Bild nach der Gewalt-Nacht wurde von einer ziemlich widerlichen Frau aus dem Polizeipräsidium an die Presse weitergeleitet. Sie dachte sich wohl, dass ein Check eine höhere Bedeutung habe als die Moral. Ein Vorzeigebeispiel für Gewaltopfer möchte ich aber nicht sein. Ich mein wie kann das Opfer immer wieder dafür bestraft werden? Es geschah in der Vergangenheit und dennoch will ich nicht sagen „komm drüber hinweg“, weil es echt ernst und relevant ist. Viele Frauen, junge Mädchen, aber auch Jungs machen das tagtäglich durch. So ein Thema kehrt man nicht unter den Teppich, also kann ich auch nicht einfach so tun, als wäre es nie geschehen. Aber ich persönlich finde, dass kein Opfer von Gewalt je daran erinnert werden möchte. Man möchte es auch niemandem erzählen. Aber ich muss andauernd darüber sprechen und werde dafür bestraft. Was den Sender „CBS“ angeht? Das konnte ich einfach nicht auf mich sitzen lassen.“ Was wirklich zwischen Rihanna und dem TV-Sender geschah. Jay-Z gab im Magazin übrigens an, dass er dabei völlig hinter Rihanna stand.
Chris Browns zweite Chance „Ich war dieses Mädchen voller Schmerz – genauso schmerzhaft wie die Beziehung an sich es war. Aber manche Leute sind darin einfach stärker als Andere und ich kam mit einer zweiten Chance einfach klar. Ich war wie eine Art Schutzengel zu ihm, war da, wenn er nicht stark genug war und die Welt nicht mehr verstand. Ich habe ihm Mut gegeben und geholfen das Richtige zu tun bzw. zu sagen. Ich habe daher zu 100% gedacht ich könnte ihn ändern. Ich war ziemlich beschützerisch, weil ich geglaubt habe, dass der Rest der Welt ihn einfach nicht verstehe. Sogar nach all dem… aber weißt du? Nach einer gewissen Zeit versteht man, dass eigentlich du der Feind bist. Ich wollte das Beste für ihn, aber erinnerte ihn auch immer wieder an seine Fehler und schlechten Zeiten im Leben. Er fing an sich nicht mehr um mich zu kümmern, denn er wusste wohl genau, ich hätte es auf seine Art und Weise nicht verdient. Und in dem Moment wurde mir klar, dass ich mir das nicht gefallen lassen kann. Es war ein dummer Gedanke von mir zu denken, dass ich es schaffen könnte. Manchmal muss man aber einfach davon laufen. Ich hasse ihn aber nicht und werde mir bis zum Ende meines Lebens Sorgen um ihn machen. Wir sind zwar keine Freunde, aber auch keine Feinde – aktuell haben wir keinerlei Beziehung zueinander.“ Im Mai 2013 erklärte Chris Brown die Trennung aufgrund seiner „missachtenden Art“ ihr gegenüber. Demnach sei wohl endlich geklärt, was er damit genau meinte.
Eminem Eminem gehört wirklich zu meinen Lieblingen – er ist sehr diszipliniert, hat ganz viele Ebenen an sich und ist eine vollkommen gute Person. Es gibt einfach keine Ausreden mehr, wenn du in einem Club bist, während Em Zuhause bleibt, ein guter Vater ist und dennoch einer der angesehensten Rapper unserer Zeit ist. Er ist einer der talentiertesten Dichter unserer Generation, daher hat es mich auch wirklich gefreut, dass er mit mir zusammenarbeiten wollte. Ich habe mich wie eingeölt gefühlt, denn er dachte wirklich ich bin cool genug, um an „Love The Way You Lie“ mitzuwirken. Der Songtext war verdammt wahrheitsgemäß: er sprach exakt meine Gedanken aus, die ich der Welt zu dem Zeitpunkt auf andere Wege einfach nicht übermitteln konnte.“ Auch Eminem wurde vom Magazin über Rihanna befragt. Er fand daher folgende Worte über seine Kollegin: „Ich sehe Rihanna definitiv als einen Freund an. Sie ist immer da für mich und ich genieße es echt mit ihr zu arbeiten. Als Künstler ticken wir gleich, daher fällt es uns einfacher sich in den anderen hineinzuversetzen.“
Rachel Dolezal „Ist es denn wirklich so schlimm, dass sie sich als eine Schwarze ausgab? Schwarz sein ist doch etwas Großartiges. Ich denke wirklich, dass sie einiger Leute Ansichten verändern konnte und sie damit sogar wach schüttelte. Dafür ist sie für mich eine Art Heldin.“ Viele Gleichgesinnte bzw. Dunkelhäutige empfanden Dolezal übrigens als respektlos. Rihanna hingegen hatte in ihrer Jugend sogar selbst Probleme als „Dunkelhäutige“ anerkannt zu werden: anders als auf Barbados üblich, ist Rihannas Hautfarbe schließlich nicht ganz so „dunkel“.
CFDASwarovski-Kleid „Ich wollte etwas tragen, das so aussieht, als würde es auf mir schweben. Mir war aber auch sofort bewusst, dass ich so etwas ähnliches für eine längere Zeit nicht mehr tragen könne. Keine Nippel mehr, weniger sexy oder die Leute denken noch, es wäre ein Werbegag. Dieser Abend war daher eine Art „letztes Hurrah“ – ich habe mir vorgenommen eine Pause einzulegen und mehr Kleidung zu tragen.“ Bilder und Videos der Preisverleihung.
Ängste und der Ruhm „Ich will so gerne Kinder haben – irgendwann einmal. Aber ich habe echt Angst vor der Geburt. Aber auch Geister und der Ruhm machen mir Angst. Dieser Ruhm sieht so glänzend und pompös aus, aber das ist echt furchterregend und unrealistisch. Man schwebt in einer Seifenblase, die vom Ruhm und Erfolg beschützt wird, aber der Weg nach unten ist lang, wenn man zu sehr abhebt. Und genau das macht mir die größte Angst: von der Seifenblase verschluckt zu werden. Ruhm kann auch wie Gift wirken.“
Das „normal“ und „perfekt“ sein „Das ist echt unheimlich und traurig, aber ich träume sogar davon meine eigenen Lebensmittel einkaufen gehen zu können. Es ist etwas völlig reales und normales, für mich aber auch etwas, was einen total unwohl fühlen lässt – denn das Leben ist nicht perfekt. In der Minute, in der man denkt es wäre perfekt, ist es nicht mehr real. Wir Künstler unterschreiben Verträge um Musik zu machen, wir haben nichts unterschrieben um „perfekt“ oder Vorbilder zu sein. Wir alle sind Fehler begehende Menschen, die lernen, aufwachsen und sich weiterentwickeln wie sonst jeder auch. Es macht für mich keinen Sinn, dass Jedermann denkt, wir müssten ab dem Zeitpunkt unserer Karriere perfekt sein. Jede Tragödie, jeder Prozess im Leben, ist ein Test. Es ist wie im Unterricht: man nimmt an Klausuren teil und wenn man diese besteht, geht es auf die nächste los. Du musst immer noch weitere Teste über dich hingehen lassen und dich selbst erneut beweisen müssen.“ Warum Rihanna kein Vorbild sein will/kann.
Beziehung „Ich bin zufrieden alleine zu sein und möchte im Moment auch niemanden bei mir haben. Ich habe schon so genug zu tun und verschwende über so etwas gar keine Gedanken. Es müsste schon ein außerordentlicher Gentleman sein, der mit einer Menge Geduld an einem Zeitpunkt kommt, an dem ich es nicht erwartet hätte. Ich erwarte aber keinen auf einem weißen Pferd, vielleicht ja auf einem schwarzen Motorrad? Aktuell sollte es aber nicht geschehen, dafür habe ich keine Zeit. Das ist meine Realität.“

Rihanna gab derweil noch an, dass Sie meistens nur drei bis vier Stunden am Tag schlafen würde. Währenddessen gab auch Ex-Mentor Jay-Z einige Worte über sein Schützling ab und verriet, dass „ANTI“ solange auf sich warten lassen würde, weil Sie es einfach „perfekt“ haben will. Er bestätigt auch, dass ihr mittlerweile sogar alle Veröffentlichungen – die noch unter ihrem ehemaligem Plattenlabel Def Jam released wurden – nun ebenfalls ihr gehören. Sie trifft daher ab sofort die Entscheidungen ihrer kompletten Diskografie selbst und verdient dadurch auch ordentlich mehr dran.

Das Magazin erschien bereits am 08. Oktober in den USA – erfahrungsgemäß startet der Verkauf in Deutschland erst vier bis sechs Wochen darauf.

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Bisher haben wir Interviews so gut wie nie komplett übersetzt, sondern immer nur angegeben worüber gesprochen wurde, um uns dann auf das größte/wichtigste Thema zu fokussieren. In Zukunft würden wir das – soweit tatsächlich ein so langes Interview gegeben ist – allerdings so wie heute machen. Die beste Auflösung ist aber nur auf dem Desktop garantiert. Daher ist nun eure Meinung dazu gefragt: