Rihanna ziert kostenloses „NME“-Magazin und spricht über das neue Album

Rihannas NME-Magazin (September 2015)

Das Shooting innerhalb von nur drei Wochen abgedruckt, keine Couture-Fashion, kein Mode-Bla-Bla – das sind wir als Rihanna-Fan so eigentlich nicht aus einer Coverstory gewöhnt. Denn als Rihanna im Frühjahr noch neun Cover gleichzeitig zierte, gab es keine wirklichen Interviews – dafür jedoch eines klar im Vordergrund: die Mode. Und selbst wenn das ausgereicht hätte ihr Gesicht wieder weltweit in die Medienlandschaft zu schaffen, wäre ihr eigentliches Ziel verfehlt. Mit dem kostenlosen „NME“-Magazin könnte es nun aber klappen: denn ohne Fokus auf Mode – sogar gänzlich ohne Photoshop – und das alles so schnell abgedruckt und vertrieben, als müsste es nun alles Schlag auf Schlag gehen, spricht Rihanna im kostenlosen Heft sogar über ihr neues Studioalbum. Wozu die Eile? Will uns Rihanna etwa noch rechtzeitig mitteilen, was uns erwarten könne? Denn schließlich wurde das Shooting erst am 27. August von Matt Salacuse geschossen und war nur 22 Tage darauf bereits in zahlreichen britischen Abnahmestellen ausgelegt. Rekordzeit! Dabei sagt Sie hier noch – und das gleich zu Beginn des Interviews: „das Album ist noch nicht fertig!“

Doch ist es die Wahrheit oder bloß ihre „Chris und ich sind nur Freunde“-Masche, um uns weiter zappeln zu lassen und auf offizielle Ankündigungen zu freuen? Denn zugegeben ist es schon ein wenig merkwürdig: schließlich war Rihanna zuletzt kein Fan mehr von Interviews und jetzt geht es ausgerechnet in einem kostenlosen Magazin – welches obendrauf noch auf das Thema „Musik“ fokussiert ist – hauptsächlich um ihr neues Album? Da spielen die wenigen Nebensätze wie „ich bin kein Vorbild und breche Regeln“ wohl genauso eine kleine Rolle, wie die Tatsachen wie Sie sich selbst heute und mit 80, ihre Entwicklung, die USA, Taylor Swifts „Freundschaften“, die Paparazzi, ihr „BBHMM“-Video, das Alleinsein oder auch das Umziehen nach London ansieht. Denn Rihanna sagt es im Interview ja sogar noch selbst: „egal was ich auch poste, innerhalb von drei Kommentaren erscheint immer die Frage ‚wo bleibt #R8?'“ Und da es tatsächlich das aktuell meist besprochenste Thema ist, haben wir uns das Interview nun mal ganz genau angesehen und euch all ihre Worte in Bezug auf das Album übersetzt.

Dabei könnt ihr definitiv auf unsere Übersetzungen – wie auch schon zu unserem Lyrics-Center – zählen. Denn anders als die Medien, verdrehen wir Rihannas Worte nicht. Die wandeln ihre Worte „ich würde nicht mit Taylor Swift auf einer Bühne performen“ nämlich gerne in die Schlagzeile „Rihanna will nicht Teil ihrer Clique sein“ oder geben auch Kanye West die Schuld daran, dass ihr achtes Studioalbum noch nicht erschien, obwohl alles was Sie sagte war, dass beide nochmal ins Studio gehen müssten.

Doch statt auf Interpretationen, sollte all die Aufmerksamkeit doch viel eher auf ihre Wortwahl und besonders deren Betonung liegen. Denn seither Sie in Bezug ihres Albums die Worte: „für mich ist ein Projekt niemals vollendet, bevor es vollendet wurde… bis zum letzten Moment“ aussprach, kam bisher niemand auf die Idee ihre vorherige Aussage „das Album ist noch nicht fertig“ anzuzweifeln. Laut Rihannas Definition ist dieses nämlich erst fertig, sobald es veröffentlichen wurde – und da wir bekanntlich an Tag 1036 nach „Unapologetic“ noch immer auf dessen Nachfolger warten – heißt das nicht gleich, dass noch immer aufgenommen werden müsse. „Nicht fertig“ könnte daher auch bedeuten: „Kanye hatte noch keine Zeit zur Abnahme des fertigen Albums.“ Was daher tatsächlich „noch nicht fertig“ ist, hat uns weder ihre Definition noch das Interview verraten können. Uns Fans weiter anspannen, tut dieses jedoch trotzdem. Rihanna sagte schließlich noch:

Ich habe so viele Songs, die ich liebe – die aber alle so unterschiedlich sind, dass es mir schwer fällt alles in ein Album unterzubringen. Natürlich ist es einfach ein Album voller guter Songs zu produzieren, aber ich will, dass die Leute es als Ganzes verstehen. Die Songs sollen zusammen schon einen Sinn ergeben. Ich weiß, dass „FourFiveSeconds“, „BBHMM“ und „American Oxygen“ total unterschiedlich sind, aber ich liebe nun mal was ich liebe. Alle drei Songs haben ihre ganz eigene Haltung und die Videos reflektieren deren Charakter. Ich will, dass wirklich jedes Video einen auf einen anderen Trip führt.

Ich mache meine Songs schließlich nicht für eine bestimmte Person oder eine Bevölkerungsgruppe. Ich mache, was ich liebe. Denn schließlich muss ich diese für den Rest meines Lebens performen. Ein Song ist eben wie ein Tattoo: du kommst nie darüber hinweg. Du kannst einfach nicht hinter Etwas stehen, an das du nicht felsenfest glaubst. Auf Dauer kann man natürlich so tun als ob, aber irgendwann wird die Abneigung kommen. Ich bin nun mal wer ich bin und kann Abends einschlafen ohne den Druck spüren zu müssen jemand anders zu sein.

Ein Albumtitel wurde übrigens noch nicht festgelegt, allerdings entscheiden wir uns gerade zwischen zwei Favoriten. Ich bin wirklich sehr aufgeregt und kann es gar nicht mehr abwarten meinen Fans etwas Großartiges vorlegen zu können. Eigentlich müssen Kanye West und ich nur noch zusammen ins Studio, da unsere Terminplaner allerdings so gegenläufig sind, fällt es uns immer wieder schwer. Er wollte wirklich gerne an dem Projekt beteiligt sein, also hat er angefangen mir dabei zu helfen.

Einige weitere Details zum Album wurden zwar nicht im Heft abgedruckt, aber noch auf der Webseite des Magazins veröffentlicht: Rihanna bestätigte im Interview neben „Higher“ noch zwei weitere offizielle Songtitel, die es definitiv auf das Album geschafft haben. „Just Feel It“ und „Love On The Brain“ sollen bereits auf der Tracklist stehen – ob aber auch die vier bereits veröffentlichten Songs sowie die drei weiteren Snippets (somit insgesamt 10 Titel) Teil davon sein werden, bestätigte uns Rihanna nicht. „Higher“ soll allerdings von Amy Winehouse inspiriert und ihr absoluter Lieblingssong des Albums sein, während „Love On The Brain“ am 25. Februar eigentlich bei den diesjährigen Brit Awards performt werden sollte. Schon in unserem Februar-Monatsbericht berichteten wir darüber: ihr Team reiste bereits in das Land, eine „Überraschung“ wurde angekündigt und ein Schlagzeug-Unternehmen deutete auf eine Zusammenarbeit zur Performance – letztendlich sagte Rihanna die nie offiziell angekündigte Performance aber krankheitsbedingt wieder ab. Was seither geschah und noch geschehen wird, könnte glatt als eine unerklärliche Mythe eingestuft werden.

Das kostenlose Heft erschien lediglich in Großbritannien und ist hier nur über die ebenfalls kostenlose App des Magazins erhältlich. Die komplette Fotostrecke könnt ihr euch hier ansehen, Scans des originalen Interviews gibt es in unserer Galerie durchzulesen.