Rihanna gründet eigenes Plattenlabel – was das für ihre Karriere und uns Fans bedeutet!

Rihanna gründet eigenes Plattenlabel - was das für ihre Karriere und uns Fans bedeutet!

Wer sich die iTunes-Credits der neuen Single „FourFiveSeconds“ bereits angesehen hat, wird es bereits bemerkt haben: unter der Inhaber-Angabe der „℗ Publishing Rights“ (dt. Verlagsrechte), ist nicht mehr Rihannas ehemaliges Plattenlabel Def Jam Recordings wieder zu finden, sondern eine gewisse „Westbury Road Entertainment“. Es handelt sich dabei tatsächlich um ein weiteres Unternehmen unter Rihannas Herrschaft, welches nun ab sofort auch ihre Musikrechte unter ihren Hut bringen soll und damit als ihr eigenes Plattenlabel gilt. Auf Anfrage wollte uns das Management keine weiteren Informationen zu herausgeben, doch uns ist mittlerweile bekannt, dass Rihanna das Unternehmen zur selben Zeit gründete, als Sie Def Jam für Jay-Zs Plattenlabel von Roc Nation auswechselte. Gemanagt wird Rihanna bereits seit nun fast fünf Jahren von seinem Angestellten Jay Brown, doch erst im vergangenem Jahr unterschrieb Sie auch als Künstlerin bei ihm unter Vertrag genommen zu werden. Doch damit nicht genug: Jay-Z, der Sie damals noch als Plattenboss von Def Jam unter Vertrag nahm, scheint ihr die Türen geöffnet zu haben. Sie hat nun selbst alle Rechte an ihren eigenen Songs und darf mit diesen sprichwörtlich machen worauf Sie Lust und Laune hat.

Wohl genau deswegen ließ die Veröffentlichung bzw. der Start der neuen Ära so lange auf sich warten: Rihanna baute schlicht und einfach ein komplett neues Imperium auf und das verlangt nun mal seine Zeit. Die „Westbury Road Entertainment“ löst damit wohl auch ihre „Rihanna Entertainment“ ab, die Sie noch im Jahr 2010 gründete. Die Westbury Road ist übrigens die Straße, auf der Rihanna ihr ganzes Leben lang noch zurück auf ihrer Heimatinsel Barbados lebte. Die „Westbury Road Entertainment“ hat damit heute alle Produkte und Veröffentlichungen von Rihanna unter einem Hut: Parfums, CDs, Domains (etc.), sogar ihre Firmen Roraj Trade LLC, Fenty Corp und Fenty Films finden als Tochterunternehmen nun ebenfalls ihren Platz unter der Dachmarke. Doch vorerst zurück auf das eigene Plattenlabel. Unklar ist, ob Sie jemals andere Künstler unter Vertrag nehmen würde, wie es Jay-Z oder auch Katy Perry mit ihren eigenen Labels bereits tun. Klar ist allerdings, dass ihr ihr eigenes Label nun viele weitere Türen öffnen wird. Was dieser neue Schritt in ihrer Karriere daher für ihre Zukunft und damit auch für uns Fans bedeuten könnte, erfahrt ihr hier:

Künstlerische Freiheit
Über sein Plattenlabel hat sich wahrscheinlich schon jeder Künstler einmal in seinem Leben beschwert. Egal ob Kesha, Justin Bieber oder Newcomerin Azealia Banks – man fühlt sich unterdrückt, in ein Image bzw. in eine Genre hineingedrängt und dient wohl nur noch als Geldmaschine. Ja, auch Rihanna beschwerte sich bereits so einige Male: Sie wollte ihr „Inselmädchen“-Image loswerden und zog zu „Good Girl Gone Bad“ ihr eigenes Ding durch, bezahlte sogar das Musikvideo zur Single „Disturbia“ aus eigener Tasche, da Def Jam gegen dessen Veröffentlichung war und nahm Jahre darauf heimlich zwei Remix-Versionen mit Chris Brown auf, die aufgrund der Ablehnung des Labels nie offiziell veröffentlicht wurden. Da Rihanna ab sofort – als CEO ihres eigenen Plattenlabels – selbst die Rechte ihrer eigenen Songs besitzt, darf und wird Sie wohl nun machen was Sie will. Azealia Banks schrieb einst: „ich vermisse die Zeiten, als ich noch nicht unter Vertrag war und all die Macht selbst besaß.“ Rihanna muss sich daher nicht mehr das „okay“ der Vorgesetzten abholen und darf singen worüber und wie Sie will, mit wem Sie will und veröffentlichen wie und wann Sie will.

Eigene Strategien
Unter der „Westbury Road Entertainment“ hat Rihanna nun ihre ganz eigenen Angestellten. Warum denn auch für externe Werbeagenturen bezahlen, wenn man diese doch gleich selbst beschäftigen kann? Rihannas „Creative Director“ Ciarra Pardo schloss dafür sogar ihr eigenes Unternehmen „Gravite Creative“ und arbeitet nun voll und ganz für Rihanna. Mit ihrem ganz eigenem Marketing und PR-Team hat Sie nun viele Leute für sich ganz allein. Sprich: für kluge Promotion-Aktionen haben ihre Leute nun viel mehr Zeit, denn für andere Künstler muss man sich nicht mehr kümmern. Ein neuer Schritt könnte die Ablehnung von Streaming-Plattformen wie Spotify sein. Denn die neue Single „FourFiveSeconds“ landete hier bisher noch nicht und scheint auch nicht mehr freigegeben zu werden. Spotify und andere Streaming-Dienste (wie auch z.B. VEVO) zahlen den Plattenlabels einen winzigen Betrag dafür ab, dass Sie deren Songs auf der eigenen Plattform wiedergeben dürfen. Für Rihanna scheint der Erlös wohl nicht genug zu sein und so erhofft Sie sich höhere Einnahmen durch die direkte Veröffentlichung auf gewinnbringenderen Verkaufskanälen wie z.B. iTunes. Ihre alten Songs sind allerdings immer noch zum Streaming freigegeben, schließlich liegen die Rechte dieser noch bei Def Jam. Denn in den USA liegen die Rechte bei dem Unternehmen und nicht bei dessen „Angestellten“ – hier gilt anders als in Deutschland noch das „work for hire“-Prinzip.

Doch die Möglichkeit zu haben seine eigenen Strategien durchzusetzen, kann auch nach hinten losgehen. Auch Nicki Minaj bekam zur Veröffentlichung ihres neuen Albums künstlerische Freiheit und durfte selbst bestimmen wie sie das Album promoten möchte. Zahlreiche Produzenten des Albums machten sich daher später darüber lustig, schließlich habe sie doch gar keine Ahnung wie so etwas funktionieren würde – so ganz ohne Schulabschluss bzw. passendes Studium. Ihr Album verkaufte sich daher auch nur weit unter der erhofften Zahlen. Auch Rihanna darf ab sofort selbst bestimmen: was Sie veröffentlichen will und vor allem auch wann und wie. Wie klug ihr Team und Sie selbst dabei sind, wird sich in Zukunft noch beweisen müssen. Was allerdings schon klipp und klar ist: Rihanna vertraut besonders auf ihren „Namen“ und ihre Macht über ihre sozialen Netzwerke. Für Fans so wertvolle Promotion wie z.B. über TV-Performances kamen daher auch schon zu vergangenen Ären zu kurz.

Mehr Geld
Mehr Rechte an ihren Songs zu haben und diese nicht unter Wert über „billig-Plattformen“ wie Spotify anzubieten, bringt auch ein eindeutiges Plus im Gehaltscheck mit sich. Beyoncé und auch Jay-Z haben beide ihre eigenen Plattenlabel und stehen bekanntlich jährlich an den Spitzen der Forbes-Liste rund um „die Künstler mit den höchsten Einnahmen.“ Auch Rihannas Gehalt dürfte sich damit wohl nun erhöhen. Wie Plattenboss Mike Sempert nämlich angibt: „die Plattenlabel zahlen einem von den Einnahmen nichts aus, bis die Ausgaben wieder eingenommen wurden. Manchmal sieht man auch gar keinen Cent mehr wieder. Etwas selbst zu veröffentlichen verspricht einem daher eine bessere Übersicht über die eigene Buchhaltung und unterm Strich auch mehr Geld: man investiert schließlich in die eigene Karriere.“

Rihanna wird sich als Geschäftsführerin daher viel mehr Geld an ihren eigenen Songs sichern können – wird dafür aber auch viel mehr Zeit investieren müssen. Rihanna ist eben nicht mehr bloß eine Sängerin: Sie baute Unternehmen auf Unternehmen auf und muss sich ab sofort auch intensiver um ihre eigene Zukunft kümmern. Sie wird aber auch viel mehr ihres eigenen Kapitals in ihre Karriere investieren müssen – dafür hat Sie aber auch die Möglichkeit über ganz neue Wege an Geld heranzukommen wie z.B. über neue Werbe-Deals oder Kooperationen, die ihr gefallen, ihr Management/Label zuvor aber ablehnten. So wird z.B. sogar das Konzeptalbum zum bevorstehenden Dreamworks Animationsfilm „Home“ doch tatsächlich über ihr eigenes Unternehmen veröffentlicht, wie man neu erschienen Werbeclips entnehmen kann (00:46). Sie selbst nahm zum Soundtrack ganze zwölf Songs auf.

P.S.: Roc Nation dient ab sofort nur noch als „Vertrieb“ und ist somit verantwortlich dafür, dass z.B. ihr neues Album rechtzeitig im Handel steht. Ihr ehemaliges Label Def Jam ist ebenfalls noch nicht ganz von Rihanna gelöst: Def Jam übernimmt noch immer ihre Promotion an den US-Radios und verschickt so z.B. die neueste Single an jede einzelne Radiostation der USA. In Deutschland sind beide Labels nicht aktiv: hier wird Rihanna unter Universal Music gemanagt und über EMI Publishing vertrieben und veröffentlicht. Roc Nation ist seit einiger Zeit ein Teil von Universal Music – ob auch die „Westbury Road Entertainment“ unter die Obhut des Major Labels gehört, wollte man uns bisher nicht kommentieren. Jay-Z kaufte vor wenigen Tagen übrigens sogar einen Streaming-Dienst in direkter Konkurrenz zu Spotify auf – eventuell erklärt auch dies so einiges.