So feiert Rihanna wirklich

Von ihren Partynächten inklusive der ins Netz gestellten InstaGram-Bilder, lesen und hören wir bekanntlich ja so einiges. Doch der Großteil der von Medien aufgetischten Stories sind entweder gelogen oder nicht nachweisbar. Da kommt uns Moderator Charlamagne gerade ganz gut, der in einem Interview nun offen darüber spricht, wie Rihanna und ihre ganz persönlichen Partys wirklich ablaufen. Uns hat seine Story nicht überrascht, aber dennoch ein wenig Freude bereitet. Denn dass die Stars der Welt abheben und im Ruhm versinken, wird uns in jedem Kritiker-Bericht so eingeredet. Doch bei Rihanna trifft dies garantiert nicht ein. Denn selbst wenn Rihanna hin und wieder Mal die Vorzüge des Ruhms genießt, wie erst kürzlich an Silvester: als Sie zwar eine Feier im New Yorker 40/40-Club promotete und sogar selbst veranstaltete, sich mit ihren engsten Freunden jedoch in einen abgeschirmten Raum verschanzte, überschattet dies noch lange nicht, dass Sie auch weiterhin in den nächsten Supermarkt einkaufen fährt und nicht nur auf Privatjet, sondern auch mal auf „Business Class“ im öffentlichen Passagierflugzeug verzichten kann.

„Charlamagne Tha God“ kann von ihrer Bodenständigkeit und vor allem Höflichkeit sowie Nächstenliebe eine wahre Geschichte erzählen, die die Redaktion des Interview-Partners von VladTV der Hits wegen in einen völlig falsch getroffenen Titel veröffentlichte. Denn was Charlamagne uns da erzählt, wird von jeglicher Presse gekonnt ignoriert. Denn dass Rihanna auch nett sein kann bzw. eigentlich ja so nett ist, das sollten Leser nicht erfahren – aber unsere. Wer sich die Party-Story im Original und somit auf englisch anhören möchte, sollte dies definitiv tun, denn allein die Art und Weise wie der geprobte Moderator die Story erzählt, sollte man nicht verpassen. Für alle anderen, gibt es in zusammengefasster Weise seinen Monolog noch einmal in deutscher Schriftform im Anhang:

Es war im Sommer 2012 irgendwo in Beverly Hills zur Zeit der MTV Movie Awards, als ich und vier meiner Freunde in der Hotel-Lobby nach dem Dinner einfach nur noch am trinken waren. Ich twitterte die Worte „betrunken in L.A.“ und plötzlich schrieb Rihanna mich an und meinte „ich bin dabei“. So anschleichend ich auch bin, ging ich einfach darauf los und sagte ihr per persönlicher Nachricht, dass Sie doch einfach vorbeikommen könne. Sie ging darauf ein und fragte was wir machen sollten. Da ich aber wusste, dass Sie zu dem Zeitpunkt in der Stadt wohnte, übergab ich ihr die Entscheidung.

Sie kam tatsächlich in ihrem schwarzen SUV vorbei – darin nur Sie und ihr Fahrer. Sie hatte ein Shirt, eine Cap rückwärts auf, Jeans und Sneakers an: das coolste Chick der Welt! Sie fragte mich ob das meine Crew wäre und Sie nahm uns alle mit. Wir fuhren irgendwo in die „Hood“ außerhalb der Stadt. Es war nicht einmal ein Club, sondern ein riesen Gebäude mit einem DJ drin. Als wir eingingen, wurden die Türen hinter uns verschlossen. Dann kamen die Flaschen und eine Menge Marihuana wurde gedreht. Ich dachte mir nur: „das ist die beste Nacht meines Lebens!“ Wir in einem Hood-Club mit Rihanna und einfach jeder hatte eine gute Zeit.

Am Ende kam Rihanna dann zu mir, übergab mir etwas Geld und meinte Sie hätte einen Wagen für uns organisiert … ich war überrascht und Sie ging tatsächlich sogar noch selbst und bezahlte uns das Taxi. Ich war überwältigt: ich mein es war das Jahr 2012 und Super-Popstar Rihanna! Ich habe so viel Respekt für Sie. Sie ist im ernst die „Echteste“ Person seit Tupac. Seither lebe ich mein Leben mit der Einstellung „WWRD“ (what would Rihanna do?). Ich werde wahrscheinlich keinen mehr Spaß haben, wenn ich nicht so lebe wie „WWRD“. Rihanna tanzte und sprang im Club herum und all die Anwesenden aus dem Hood haben Sie vollst respektiert – ich habe die Welt nicht verstanden. Kein Hollywood-Scheiß, Sie legte einfach los.

In den Clubs der Welt fühlt sich Rihanna – außer auf ihrer Heimatinsel Barbadas – am wohlsten. Sie kann einfach Sie selbst sein, meistens im Dunkeln unentdeckt bleiben und einfach nur ihren Spaß haben. Wie Sie dann feiert, kann uns egal sein – doch wär hätte gedacht, dass Rihanna Charlamagne und seinen vier Freunden sogar noch das Taxi zurück bezahlt, wo Sie ohnehin wahrscheinlich schon für Hinfahrt, Eintritt und „die beste Nacht“ seines Lebens sorgte.

Die Message von Charlamagne scheint aufgrund dem Vergleich zum verstorbenen Rapper Tupac jedoch noch eine wenig abweichende Bedeutung zu haben: denn Charlamagne war davon begeistert, dass Rihanna in einem Club „mitten im Ghetto“ unter wohl möglich rein dunkelhäutigen Anwesenden so respektiert wurde. Er selbst als Dunkelhäutiger bekommt den Kampf um Respekt in der Szene wahrscheinlich ebenfalls zu spüren, dass dann sogar Rihanna als weibliche Person so anerkannt wird, gibt ihm Grund genug Sie mit einer der größten Inspirationen von ihr zu vergleichen: Tupac.