Rihannas Reaktion auf Fall Trayvon Martin

Der Fall rund um Nachbarschaftswächter George Zimmerman und dem von ihm erschossenen Jugendlichen Trayvon Martin erregte bereits zu Zeiten der Tat große Aufmerksamkeit rund um das Thema der völkischen Rassentrennung in den USA. Gestern stand vor Gericht die langersehnte Urteilsverkündung auf dem Plan, die selbst bei Rihanna harte Kritik auslöste. Laut Zimmerman erschoss er den Teenager – der im Netz des öfteren seiner Kapuzenjacke wegen identifiziert wurde – im vergangenem Jahr aufgrund seiner Selbstverteidigung. Eine Aussage, an der man zu recht Kritik ausüben durfte, schließlich war Martin am besagten Tag unbewaffnet und ist nicht nur wesentlich jünger, sondern auch körperlich instabiler als Zimmerman. Die Meinung der Bürgerrechtler war daher die Vermutung auf rassistische Hintergründe, schließlich war der nun verstorbene 17-jährige Junge dunkelhäutig und der zwölf Jahre ältere Täter weiß. Man hat auf Gerechtigkeit gehofft, schließlich wurde eine sogenannte „Rassentrennung“ in den USA bereits im letzten Jahrhundert verboten. Eine sechsköpfige weibliche Jury aus nicht dunkelhäutigen Familien fiel nach stundenlangem Verhör schließlich das Urteil: Freispruch.

Der Mann, der aus angeblicher Notwehr einen hilflosen Teenager prügelte und mit einem folgendem Schuss ihn den Tod schenkte, läuft ab sofort wieder auf freiem Fuß. Nicht nur die Eltern des Jungen und der New Yorker Bürgerrechtler Al Sharpton sind fassungslos – auch Rihanna verfolgte nach ihrem Konzert in Großbritannien die Lage und ließ darauf über Twitter ihren Frust heraus:

Nur in Amerika! Ein Kind wurde ohne Grund erschossen! Und das klingt nicht wie ein Mörder? Mein kleiner Bruder ist 17 Jahre alt – das erschüttert mich wirklich sehr! Dieses System ist und war schon immer am Arsch! Das ist die traurigste Nachricht meines Lebens! Was ist nur Gerechtigkeit? Was für ein gerichtlicher Fehler! Meine Gebete gehen an die Familie von Martin.

Rihanna selbst gilt trotz ihrer hellhäutigen Hautfarbe als dunkelhäutig und setzt den Erschossenen in Verbindung mit ihrem gleichaltrigen Bruder Rajad. Eine mehr als verständliche Reaktion, selbst wenn Rihanna keine Verbindung zu den Rassen der Hauptbeteiligten herstellt und somit lobenswert das Thema abschließt. Zimmerman mag laut Gesetz nun ein freier Mann sein, doch ein schweres Leben steht wohl ohnehin vor ihm. Am Ende des Tages zählt der Glaube und die Hoffnung, auf die nun nicht nur die Familie des Jungen, sondern auch Rihanna setzt.