Rihanna beendet „777 Tour“-Promotion-Tour

Sie wurde als die „Unapologetic“-Promotion-Tour schlechthin angekündigt, stellte sich relativ schnell als eine ganz gewöhnliche Tournee – in jedoch deutlich geringerer Zeit heraus – was letztendlich dann dazu führte, dass alles im reinen Chaos endete. Ausgerechnet die 150 Journalisten, die rund um den Globus mit in die „Boeing 777“ auf die komplette Tour genommen wurden, starteten die Schlagzeilen: „wir kamen um darüber zu berichten und schließlich wurde über uns berichtet“. Was auch immer sich die geladenen Medienmenschen unter einer siebentägigen Tour gedacht haben, die rund um die Uhr auf Achse ist, um jeden Abend in einem anderen Land ein weiteres Konzert zu spielen, bleibt uns wohl unklar. Feststeht jedoch, dass sich all diese darüber beschwert haben, dass Sie zum einen keinen Schlaf hätten und zum zweiten Rihanna kaum zu Gesicht bekamen.

Was jedoch niemand lobte waren die gemieteten Hotelzimmer in den teuersten Hotels der Städte – selbst wenn sie hier für nur wenige Stunden zum frisch machen untergebracht waren oder die Snacks, die ihnen selbst zu einem einstündigen Flug angeboten wurden – kostenfrei versteht sich! Ihre Background-Sängerin Kim Ince zu Zeiten der Last Girl On Earth Tour wehrte sich über das soziale Netzwerk Facebook um ihre damalige „Chefin“: „die Leute im Flugzeug beschweren sich für die eine Woche. 3-4 Stunden Schlaf, keine Zeit zum Essen und tonnenweise Partys. Niemand von ihnen würde es ein komplettes Jahr durchhalten!“ Ihre Aussage kommt einem tatsächlich so rüber, als würde selbst Kim sich über solch Umstände beschweren, doch alle 150 Beteiligten hätten doch im Voraus schon erahnen können was auf sie zukomme. Wer keine Lust mehr gehabt hätte, hätte sich einen Flug buchen und aussteigen können. Und wer mehr Schlaf benötigt hätte, hätte doch einfach seinen Platz im Flugzeug freimachen können?

Letztendlich stieg niemand aus und kein einziger der insgesamt 50 Fans, die ihre Tickets für die komplette Tour gewonnen hatten, ließ auch nur ein böses Wort über die Zunge laufen. Doch wie fühlt sich eine Rihanna, die nur wenige Meter weiter vorn in ihrer separaten Abteilung untergebracht war, während die Plätze hinter ihr um ihre Aufmerksamkeit betteln? Es ist doch lächerlich wie all die Journalisten bereits nach Schlaf betteln, obwohl doch nur Rihanna diejenige ist, die jeden Abend sich auch noch auspowern musste? Natürlich verließ Sie ihre Abteilung im Delta-Flugzeug nicht einmal und schlief sich verdient und gerecht aus. Eine Anwesende des amerikanischen Billboard-Magazin ließ über Twitter wissen, dass Rihanna ihrer Crew zu dem Zeitpunkt gesagt haben soll: „beruhige Sie mit Alkohol“. In der Tat gab es davon genug an Board: am ersten Tag bereits kellnerte Rihanna höchstpersönlich und schenkte 299€ teuren Champagner pro Flasche aus.

Im Flug von London nach New York zum letzten Konzert der Tournee vergangenen Dienstag, gab Rihanna jedoch ihre wohl ungewöhnlichste Pressekonferenz ihrer Karriere. Kurz vorm Landen entschuldigte Sie sich bei allen Anwesenden und stand für Fragen und Fotos zur Verfügung. Die Presse verzieh ihr, doch die Schlagzeilen verschwanden nicht und verbreiteten sich so schnell, sodass nun selbst Medien über das Chaos an Board berichten, obwohl sie live nie dabei gewesen waren. Der Fernsehsender MTV ging sogar soweit, dass sie im Flugzeug Flugblätter aufhingen auf denen drei Tage nach Beginn der Tour stand, dass Rihanna seitdem ersten Flug nicht mehr gesehen wurde und somit nun vermisst wär. Kurz vor Landung in New York erklärte Rihanna:

Ich weiß ihr habt kaum etwas abbekommen, aber ich musste in diesem Fall auch mal an mich denken. Es ist einfach unmöglich mit euch allen Zeit zu verbringen und es tut mir auch echt leid. Normalerweise denke ich mir nur „los, los, los“, aber hierbei musste ich auf meine Gesundheit achten, da wir unsere Zeit echt nur im Flugzeug verbracht hatten.

Trotz der Nörgelei der Presse und der stressigen Terminplanung würde Rihanna eine Tour in derselben Art definitiv erneut starten. Sie sollte sich zum nächsten Mal jedoch genauere Gedanken darüber machen wen Sie denn gerne mitnehmen möchte. Denn wer all die kostenlosen Geschenke, Hotelzimmer, Flüge, Konzerte und die komplette Versorgung nicht zu schätzen weiß, der sollte hier nicht mit an Board. Eine positive Sache können wir all dem „Chaos“ jedoch trotz allem entziehen: Medien weltweit berichteten über die Tour, somit über das neue Studioalbum „Unapologetic“ und somit galt die Tour doch tatsächlich als indirekte Promotion. Ob es sich auszahlen wird?

Das Konzert aus Paris vom 17. November wurde nun übrigens in voller Länge auf MSN hochgeladen.